Bogener Faschingszug Wenn Narrenfreiheit auf Bürokratie und Auflagen trifft

Bogener Selbstironie beim Faschingszug 2016: auf diesem Wagen wird die zweite Hälfte des Bogener "Rautenbogens" angeliefert. Foto: Stefan Karl

In genau vier Wochen, am 11. Februar, setzt sich in Bogen wieder der längste Faschingszug Ostbayerns in Bewegung. Zum Bogener Faschingszug werden knapp 1.000 Teilnehmer und - sofern das Wetter mitspielt - 15.000 bis 20.000 Besucher erwartet. Die Planung und Vorbereitung der wahrscheinlich größten Faschingsveranstaltung Ostbayerns werde aber jedes Jahr schwieriger, sagt Bogens Bürgermeister Franz Schedlbauer im Gespräch mit idowa - vor allem wegen der immer strengeren Sicherheitsauflagen.

Der längste Faschingszug Ostbayerns kann auch in diesem Jahr mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: zum Beispiel, was das "Wurfmaterial" angeht, sind die Veranstalter vom Bogener Narrentisch gut gerüstet: "Wir haben eine gute Tonne Süßigkeiten, 5.000 Päckchen Chips und 30.000 Päckchen Gummibärchen", sagt Bürgermeister Franz Schedlbauer. Über 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und BRK sowie Beamte der Polizei sorgen für die Sicherheit der Besucher. Deren Einsatzplan ist seit der vergangenen Woche fertig ausgearbeitet - eigentlich kann nichts schiefgehen.

Dennoch - ein bisschen klingt es so, als hätten sich die Narren in diesem Jahr selbst Mut zusprechen müssen: Der 55. Faschingszug steht unter dem Motto "Uns kriegt nichts klein, Narrenfreiheit, die muss sein!" Das sei zum Teil durchaus als Seitenhieb zu verstehen auf den mittlerweile telefonbuchdicken Regelkatalog, den die unterschiedlichsten Behörden und Institutionen der Veranstaltung auferlegen: "Wenn Du heute dabei bist in der Vorbesprechung eines Faschingszugs, dann kriegst Du sieben Seiten Merkblätter, was erlaubt ist und was nicht - und die ein oder andere Gruppe sagt dann schon: Ja, da könnt's uns gernhaben.", sagt Schedlbauer. Vier Wochen vor dem Start haben sich 20 Gruppen und Fahrzeuge angemeldet - "das sollen schon noch ein paar mehr werden."

Ein großes Thema bei besagten Vorbesprechungen ist der Versicherungsschutz. Zum Beispiel bei den teilnehmenden Fahrzeugen. Früher konnten auch Schrott-Fahrzeuge am Faschingszug teilnehmen. Mittlerweile hat der TÜV ein Auge drauf, dass auch beim närrischen Treiben alles verkehrssicher zugeht. Wo früher rote Überführungskennzeichen reichten, muss heute eine offizielle Zulassung her. Vielen Besitzern historischer Autos sei die Anmeldung für einen Tag zu teuer.

Immerhin, bei den landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit den grünen Kennzeichen ist mittlerweile eine Lösung gefunden: bei denen läuft die zusätzliche Versicherung über die Stadt. Ein Modell, das sich leider nicht auf die Autos übertragen lässt, sagen die Veranstalter.

 
 

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