Bogen Erneutes Schiffsunglück auf der Donau

Die Eisenbahnbrücke über die Donau bei Bogen wurde am Montag beschädigt. Zuvor war das Steuerhaus eines rumänischen Gütermotorschiffes an der Brücke hängengeblieben. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel, dpa

Turbulent geht es dieser Tage auf der Donau zu. Binnen zwei Tagen ereigneten sich dort zwei schwerwiegende Schiffsunfälle. Zunächst am Sonntagabend bei Regensburg, am Montag dann bei Bogen (Kreis Straubing-Bogen). In beiden Fällen waren rumänische Schiffe involviert. 

Das Schiffsunglück bei Bogen ereignete sich am Montag gegen 16 Uhr in Fahrtrichtung Passau. Kurz zuvor hatte der rumänische Koppelverband, bestehend aus einem Gütermotorschiff und einem Güterschubleichter, nach dem Entladen den Hafen in Straubing-Sand mit dem Ziel Linz (Österreich) verlassen. Auf Höhe Bogen war die Fahrt allerdings schon wieder beendet. Denn das Gütermotorschiff blieb mit dem Steuerhaus an der Eisenbahnbrücke, die bei Bogen über die Donau führt, hängen. Die Folgen dieser Kollision waren schwerwiegend. Das Steuerhaus wurde in mehrere Stücke gerissen. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 35.000 Euro geschätzt. Auch die Eisenbahnbrücke überstand diese ungewollte Annäherung nicht unbeschadet. Hier wird der Schaden auf rund 1.000 Euro geschätzt. Immerhin, der Zugverkehr wurde dadurch nicht beeinträchtigt. 

Da es dem 53-jährigen rumänischen Kapitän wenigstens noch gelang, am linken Donauufer zu ankern, wurde auch der Schiffsverkehr nicht weiter beeinträchtigt. Ärger steht dem Kapitän aber dennoch ins Haus. Gegen ihn wurde nun ein Verfahren wegen Gefährdung des Bahn-, Schiffs- und Luftverkehrs eingeleitet. Der 53-Jährige hatte nach eigenen Angaben nach dem Entladen übersehen, dass der Verband weniger Tiefgang hatte und obendrein auch der Pegel der Donau angestiegen war. Folgerichtig hätte er infolgedessen die Höhe des Steuerhauses verringern müssen. Ein Versäumnis, das dann in der Eisenbahnbrücke endete.

Die Ermittlungen der Polizei vor Ort mussten am Abend wegen der einsetzenden Dunkelheit vorübergehend abgebrochen werden. Am Dienstag konnten die Ermittler ihre Arbeit fortsetzen. Der Schubverband ankert weiterhin am linken Donauufer, weil noch auf das Eintreffen des Havariekommissars gewartet wird. Nach der Begutachtung wird dann entschieden, ob der Verband in den Straubinger Hafen geschleppt word. 

Erst am Sonntagabend war es auf der Donau zu einem ähnlich schwerwiegenden Schiffsunglück gekommen. Auf Höhe Winzer bei Regensburg war ein rumänisches Frachtschiff durch die starke Strömung gegen einen Schleusenkanal gedrückt worden und hatte Leck geschlagen.

Lesen Sie hierzu: Großeinsatz nach Schiffsunglück auf der Donau

 
 

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