Böbrach/Bodenmais Böbracher Wirt von Asylbewerber verprügelt: „Muss man sich das bieten lassen?“

Walter Triendl ist noch gezeichnet von dem Angriff vor einer Woche. Er verweist auf die Unsicherheit in der Bevölkerung und hofft, ebenso wie Bürgermeister Werner Blüml, dass sich die Stimmung wieder beruhigt. Foto: Lang

"Noch gibt es keinen Rechtsruck, aber die Lunte brennt": Nach einem Angriff auf einen Cafébetreiber ist die Stimmung in Böbrach angespannt.

Vergangene Woche wurde in Böbrach der Bäckerei- und Cafébesitzer Walter Triendl von einem Asylbewerber niedergeschlagen, am Dienstag dieser Woche sprang ein 19-jähriger Asylbewerber nackt in einen Hotel-Pool in Bodenmais. Wie sich herausstellte und die Polizei am Donnerstag nun auch bestätigte, handelt es sich um denselben Mann.

Im Gespräch mit dem Viechtacher Anzeiger ließ Walter Triendl den Vorfall nochmals Revue passieren: Es war am Donnerstag, 3. Dezember, als er von seinen Verkäuferinnen in der Bäckerei mit angeschlossenem Café angerufen wurde, mit den Worten „hier ist einer, der lästig wird“. Also kam Triendl, forderte den Gast auf, zu zahlen, woraufhin dieser das Lokal auch vorerst verließ. Triendl ging wieder zur Geburtstagsfeier seiner Mutter, doch kurz darauf wurde erneut angerufen. Jetzt werde er „wirklich lästig“.

Als er wieder im Lokal war, forderte er den Gast erneut auf, zu verschwinden. Mehrmals kehrte dieser wieder zurück, beim letzten Mal zog und schubste er Walter Triendl, so dass er den Halt verlor und stürzte. Am Boden liegend schlug der Täter auf ihn ein. Dem Wirt kam dann eine andere Kundschaft zu Hilfe und der Asylbewerber verschwand.

Trotz seiner Verletzungen (zweifach gebrochene Augenhöhle, gebrochener Kieferknochen und wegen eines eingeklemmten Nervs Taubheit der rechten Gesichtshälfte) differenziert der Böbracher Cafébetreiber: „Natürlich kann man jetzt nicht alle pauschal als Verbrecher einstufen, die allermeisten verhalten sich ja anständig. Aber“, so Triendl weiter, „ich hatte im Verlauf des Falles den Eindruck, dass der Täter kein Unbekannter war. Und dann frage ich mich, warum nicht früher etwas unternommen werden kann.“

Bitter ist aus seiner Sicht auch, dass man als Geschädigter in so einem Fall keinerlei Aussicht auf Schadensersatzzahlungen hat, immerhin ist er als selbsständiger Unternehmer doch einige Tage im Betrieb ausgefallen. Trotz des vielen Geredes beschreibt der Böbracher Bürgermeister Werner Blüml die Stimmung in seiner Gemeinde noch als „einigermaßen ruhig“. Dennoch, so Blüml, „die Bevölkerung ist nach so einem Vorfall natürlich beunruhigt und fragt sich, ob man sich das bieten lassen muss“. Er mahnt alle öffentlichen Stellen, „offen und ehrlich“ mit den Bürgern umzugehen.

„Noch gibt es keinen Rechtsruck bei uns, aber die Lunte brennt, die Frage ist nur, wie lange sie ist und wie schnell sie brennt“, ist Walter Triendls Eindruck. Seine Konsequenzen nach dem Vorfall: „Ich werde an Asylbewerber keinen Alkohol mehr ausschenken“, und schiebt gleich Bedenken hinterher, „aber darf ich das eigentlich? Sehen Sie, wir stellen uns solche Fragen und andere schlagen einfach zu.“ Beide hoffen gleichermaßen, dass nun wieder Ruhe einkehrt in Böbrach.

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Freitag, 11. Dezember, im Viechtacher Anzeiger.

 

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