Bluttat von Schwandorf So kam die Polizei dem mutmaßlichen Doppelmörder auf die Spur

In diesem Einfamilienhaus in Schwandorf sind am Montag zwei Leichen entdeckt worden. Foto: Armin Weigel/dpa

Am Montag, 29. Juni, wurden im Schwandorfer Ortsteil Büchelkühn zwei Menschen tot aufgefunden. Dringend tatverdächtig ist der ehemalige Lebensgefährte der getöteten Frau. Der 57-Jährige wurde am Mittwoch in Tschechien festgenommen. Nun hat sich die Polizei ausführlich dazu geäußert, wie der Gesuchte so schnell dingfest gemacht werden konnte. 

Alles begann mit einem Anruf: Am Montag war ein 69-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwandorf nicht an seiner Arbeitsstelle erschienen. Da er als sehr zuverlässig galt, machten sich seine Kollegen Sorgen und verständigten die Polizei. Eine Streife sah daraufhin an seiner Adresse nach dem Rechten - konnte den Mann aber nicht antreffen. Daraufhin fuhren sie auch noch zur Wohnung seiner Lebensgefährtin in Büchelkühn. Dort bot sich den Beamten ein schrecklicher Anblick: Der 69-Jährige und seine 57 Jahre alte Lebensgefährtin lagen tot in der Wohnung. Sie waren offenbar erstochen worden. 

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen, dürfte sich die schreckliche Tat bereits am Samstagabend (27. Juni) ereignet haben. Dringend tatverdächtig ist der ehemalige Lebensgefährte der getöteten Frau. Der 57-Jährige soll sich über die Terrasse Zugang zur Wohnung verschafft und dann seine Ex-Frau und ihren neuen Lebensgefährten getötet haben. Die Tat wurde teilweise von einer Videokamera gefilmt. So richtete sich der Tatverdacht schon früh konkret gegen den 57-Jährigen. 

Die Kriminalpolizei Amberg leitete daraufhin sofort eine Großfahndung in die Wege. Mithilfe von Polizeihubschraubern und speziell geschulten Mantrailing-Hunden wurde nach dem 57-Jährigen gesucht. Da eine Flucht ins Ausland nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde auch ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Fluchtweg des Gesuchten könnte über Altenkreith und Bad Kötzting bis nach Grafenwiesen nachvollzogen werden. Am Mittwoch sorgte schließlich ein Zeugenhinweis für die Festnahme: Ein Mann hatte den gesuchten 57-Jährigen an einem Fischweiher bei Novy Dvur nahe Domazlice (Tschechien) gesehen und aufgrund der Fahndungsfotos auch erkannt. Er alarmierte die Polizei und schon wenig später wurde der Gesuchte von den tschechischen Beamten widerstandslos festgenommen.

Geflüchtet war der Verdächtige nach Angaben deutscher Ermittler mit einem älteren Damenrad, das die tschechischen Beamten bei ihm am Teich entdeckten. Zur Tatwaffe die der Verdächtige bei seiner Festnahme nicht dabei hatte, liefen weiter Ermittlungen, sagte ein Sprecher der bayerischen Polizei.

Am Freitag soll er in Pilsen dem zuständigen Richter vorgeführt werden. Wann er nach Deutschland überstellt wird, ist derzeit noch unklar. 

Die Polizei bedankt sich bei Zeugen, die die Ermittler mit Hinweisen unterstützt haben. Weitere Zeugenhinweise zu dem Fall werden unter der Telefonnummer 09621/890-0 entgegengenommen. 

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