Bluttat in der Großstadt Kasan Mehrere Tote bei Angriff auf russische Schule

Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht und Sirene: der Tatort in der russischen Stadt Kasan nach dem tödlichen Angriff. Foto: Maksim Bogodvid/Sputnik/dpa/dpa

Mindestens ein Täter hat im russischen Kasan eine Schule attackiert. Er soll mit einem Maschinengewehr bewaffnet gewesen sein - auch von einer Explosion ist die Rede. Ein Verdächtiger soll in Gewahrsam sein.

Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf eine russische Schule sind mehrere Menschen getötet worden. Ein 19 Jahre alter Verdächtiger soll festgenommen worden sein. Zunächst war unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelte.

Zwei russische Staatsagenturen berichteten übereinstimmend von elf Todesopfern in der Großstadt Kasan in der Republik Tatarstan - die meisten seien Kinder. Die Pressestelle des Republikchefs Rustam Minnichanow bestätigte zunächst acht Getötete und 20 Verletzte. Minnichanow sprach von einer "großen Tragödie".

Russlands Präsident Wladimir Putin wandte sich über seinen Sprecher an die Angehörigen. "Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Interfax. Putin wies demnach außerdem an, eine neue Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten.

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben.

Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Es gab auch Berichte über einen möglichen zweiten Angreifer, die zunächst aber nicht bestätigt wurden. Zeugen berichteten zudem von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören.

Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten. Die letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

Einer der schlimmsten Überfälle auf eine Schule ereignete sich 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

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