Bluetone T-Shirts für die heißen Jazzer von "LaBrassBanda"

Der neunjährige Emil traf seine Idole von "LaBrassBanda", Andreas Martin Hofmeir (rechts), zuständig für die Tuba, und Schlagzeuger Manuel da Coll und hatte ihnen auf T-Shirts eine eindeutige Botschaft mitgebracht: "Straubing is eh Vui scheena als Malmö!" Quelle: Unbekannt

"Unglaublich gut, vor allem die Stimmung der Leut", so haben die Jungs von "LaBrassBanda"ihren Auftritt beim Musikfestival Bluetone vor drei Jahren noch in Erinnerung. Am Mittwoch eröffnete das Quintett mit Trompete, Posaune, Tuba, Bass und Schlagzeug, das sich längst Kultstatus erspielt hat - und das mit bayerischem Brass-Pop - das diesjährige Bluetone mit knapp 4.000 Besuchern (idowa berichtete). Vor ihrem Auftritt trafen wir mit Emil, dem größten Fan von "LasBrassBanda" Andreas Martin Hofmeir (Foto unten rechts), zuständig für die Tuba, und Schlagzeuger Manuel da Coll (links) und die verrieten zum Beispiel, warum man die Band erweitert hat, was sie von Straubing kennen und warum sie eigentlich Jazzer sind.

2010 bis 2012 spielte "LaBrassBanda" mehr als 500 Konzerte. Dabei war die Band immer gerne zu Gast auf verschiedenen Festivals. Die mögen sie, zum einen "kann man andere Bands erleben, da stehen wir wie normale Gäste neben oder hinter der Bühne", zum anderen spielt man gerne auf Genre-Festivals, die nicht unbedingt auf den ersten Blick passen, aber für Abwechslung sorgen: "Mal auf einem Metal-Festival, mal bei einem mit Jazz-Charakter." Nicht nur deswegen mögen sie Bluetone, das sie noch als "Jazz an der Donau" kennen. "Eigentlich sehen wir uns in der Tradition des Jazz", erklären die beiden. Am Anfang, und jetzt auch noch gerne, werden bei "LaBrassBanda" die Stücke rudimentär aufgebaut, dann der Rest und wie im Jazz wird live immer etwas anders und vor allem auch schneller gespielt. Das schätzen die Blasmusik-Buam mit den kraftvollen Lungen: "Daher gleicht bei uns kein Konzert dem anderen."

Untypisch? Ja gerne!
Und im Vorfeld verrieten sie, wie sie die Straubinger Fans bei Bluetone überraschen wollen. Untypisch nämlich. "Wir wollen musikalisch anfangen, nicht mit einem Gassenhauer von uns, der erwartet wird", erklärt Hofmeir. Und da Coll fügt grinsend an: "Wir freuen uns, wenn die Leute merken, dass wir gerade drei, vier Wochen intensiv geprobt haben." Schmarrn! Das meinten sie zwar, sie legten aber fulminant und lautstark los, dass mindestens 3 999 Fans von 4 000 hüpften. So stark vibrierte der Boden bei den ersten drei Liedern. Cooler, Entschuldigung, heißer "LaBrassBanda"-Sound!

Außerdem haben sie nun drei Musiker mehr auf der Bühne, damit der Sound nicht abreißt, "wenn Stefan und Manuel singen und gerade nicht Trompete spielen können."

Straubing kennen sie aber nicht nur von Bluetone-Auftritten: Ganz am Anfang haben sie einmal im Cairo gespielt und das Raven sei immer eine gute Adresse, sinnieren sie, Frontmann Stefan Dettl war vergangenes Jahr auch im einstigen Sommerkeller zu Gast und Andreas Martin Hofmeir war Sanitätssoldat in Feldkirchen, aber als rein bayerische Band wollen sie nicht unbedingt gesehen werden. Lederhosen und Blechblasinstrumente und ein Kuh-Kopf als Logo, sind zwar die Markenzeichen der Band und beim Interview in Berlin wird man schon mal nach Ulli Hoeneß, Seehofer oder Stoiber gefragt, aber mit diesen Klischees, die manche mit ihnen verbinden, räumen sie gerne auf: "Wir sind keine bayerischen Traditionalisten, sondern eher eine kosmopolitische Band. Aber wir geben uns viel Mühe das zu verschleiern", erklären sie mit einem Grinsen.

Emil und die Blaskapelle
Gestern Abend kamen rund 4000 Fans zum "LaBrassBanda"-Konzert, der größte davon, jedenfalls von seiner Leidenschaft für die Band her, war der neunjährige Emil Pletz. Jetzt ist er schon in der Grundschule, "aber Fan schon seit dem Kindergarten". Als ihn der Papa in der Früh zum Kindergarten fuhr, lief immer ein Lied von "LaBrassBanda". Seitdem steht Emil auf den Sound und war schwer enttäuscht, wie die Jury bei der Entscheidung wer zum Eurovision Song-Contest fahren darf, die bayerische Band so geschnitten hat. Zum Trotz und weil seine musikalischen Idole, er lernt jetzt selber Gitarre, das nicht verdient haben, hat Emil ihnen T-Shirts drucken lassen, die alles auf den Punkt bringen: "Straubing is eh vui scheener als des Malmö!" Backstage konnte er die T-Shirts dann an den Mann bringen, und seine Idole treffen. Ein Traum! Hoffentlich hat später auch der Papa mitgespielt, beim Konzert vor drei Jahren musste Emil vor dem Ende gehen. Er war noch zu jung, um so lange aufzubleiben. Gestern, bei seinem zweiten "LaBrassBanda"-Konzert drohte das gleiche Schicksal, "weil morgen Schule ist".

Das galt zum Glück nicht für die Band, die sich über junge und ältere Fans freuten, die zum Tanzen und Feiern gekommen waren und um solche, die wegen der Musik vorbei schauten, "die wir leider immer weniger sehen, weil die eher hinten stehen". Egal, was für ein Fan man ist, "LaBrassBanda" setzten mit ihrem Auftritt die Messlatte für das Bluetone-Festival sehr hoch an. Respekt!

 

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