160 Grad heiß war das diesjährige Bluetone-Festival, wenn man die Höchsttemperaturen der fünf Tage addiert. Trotzdem verzeichnete das Musikfestival einen neuen Besucherrekord, wie Veranstalter Ralph Huber mitteilt: 17000 Besucher zählte man, und für jeden Geschmack war ein Weltstar oder deutscher Act mit dabei.

Vor der Haustür am Straubinger Hagen konnte man Soullegende Lionel Richie, Gregory Porter, Jazzsänger mit einmaliger Stimme plus Orchester, die kubanische Kultband "Orquesta Buena Vista Social Club", "Revolverheld" und die deutschen Pop-Sänger Andreas Bourani und Adel Tawil, Wortverdreher Willy Astor sowie die texanischen Musiklegenden von "ZZ Top" erleben. Wer Glück hatte, traf den einen oder anderen Star auch in der Innenstadt an einer Eisdiele.

Umgehauen hat die meisten zum Glück nur die Musik. Ein paar Fans, die gleich nach Einlass zur Bühne stürmten, um dort ihrem Idol ganz nahe zu sein, hatten dann aber Schwächeanfälle. Im Schatten und mit Wasser und Betreuung des Malteser Hilfsdiensts, ging es aber allen wieder bald besser. Im Zelt verteilten die Bluetone-Mitarbeiter auch fleißig Wasser an die Wartenden, die auf keinen Fall ihren Platz verlassen wollten.

Die Hamburger Jungs von "Revolverheld", die kühlere Temperaturen gewöhnt sind, hatten wie die anderen Stars auch noch mit der Hitze den zahlreichen Bühnenscheinwerfer zu kämpfen und registrierten angeblich 60 Grad auf der Bluetone-Stage. Aber das hinderte sie nicht daran, nach ihrem Auftritt noch drei Stunden zu feiern, weil ihnen die Atmosphäre im Zelt so gut gefallen hat, erklärt Huber.

Der Umtausch von Euro in "Tones", der Währung am Festplatz, die das eigentliche Bezahlen einfacher machen soll, klappte am ersten Tag noch nicht so reibungslos und es kam zu Beschwerden, dass man zu lange dafür anstehen muss. Ein Eingewöhnungsprozess für beide Seite, erklärt Huber, aber ab dem zweiten Tag hatte man zusätzliche Umtauschpunkte schon vor dem Eingang eingerichtet, die die Situation deutlich entspannten. "Dann trat auch der Effekt ein, den wir beabsichtigt hatten", betont Huber. Das eigentliche Bezahlen am Festplatz verlief schneller, weil das Geldwechseln entfiel.

Das Essen im VIP-Zelt war dieses Jahr nicht optimal. Der bisherige Caterer, Feinkost Ammer, war nicht mehr am Start, und der neue Anbieter aus Regensburg konnte die gewohnte Qualität nicht liefern. Das soll nächstes Jahr natürlich wieder anders werden, erklärte der Veranstalter.

Bewährt hat sich auf alle Fälle das neue "Circuszelt". Natürlich heizte sich auch dieses bei tropischen Temperaturen und bis zu 5000 Gästen bei den Konzerten von "Revolverheld" am Freitag und "ZZ Top" am Sonntag auf. Mit geöffneten Seiten und mehr Raum nach oben als ein normales Bierzelt, hatte man aber mehr Klangqualität und vor allem "mehr Luft". Ein großes Dankeschön verteilt Ralph Huber an die zahlreichen und oft ehrenamtlichen Bluetone-Mitarbeiter, ohne deren Engagement das große Musikfestivals nicht möglich wäre.

Die Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen macht den Erfolg von Bluetone aus und fast jedes Genre konnte man schon einmal anbieten, nur deutscher Sprechgesang fehlte bisher, zum Beispiel "Blumentopf".

Nach einer kurzen Verschnaufpause wird das Bluetone-Organisationsteam überlegen, welche Stars man nächstes Jahr nach Straubing locken könnte. Die Frauen unter den Bluetone-Mitarbeitern wiederholten, wie jedes Jahr, ihren Dauerwunsch: Robbie Williams!