Blitzmarathon in Bayern Ministerium hofft auf nachhaltigeren Effekt

Ein Geschwindigkeitsmeßgerät löst vor einer Schule in Wendelstein bei einem Auto aus. Foto: Daniel Löb/dpa

Zu schnelles Fahren ist eine der Hauptursachen von Verkehrsunfällen. Bei einer länderübergreifenden Aktion blitzt die Polizei vor Schulen und auf Landstraßen verstärkt. Doch der Personalmangel ist auch beim Blitzmarathon ein Thema.

24 Stunden lang hat die Polizei an 2.200 möglichen Messstellen im Freistaat geblitzt. Ab dem frühen Donnerstagmorgen waren die Beamten dafür mit speziellen Lasermesspistolen ausgerückt. Wo in Bayern kontrolliert wurde, war im Voraus auf der Ministeriumsseite einzusehen.

"Schwerpunktmäßig wird dort kontrolliert, wo die Unfallgefahren durch zu schnelles Fahren am größten sind oder häufig zu schnell gefahren wird", sagte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) an einer Kontrollstelle. "Innerorts sind das beispielsweise Straßen vor Schulen und Kindergärten". Außerorts seien für die Beamten die Landstraßen der Schwerpunkt. Die geblitzten Autofahrer sollten nach Angaben von Kirchner angehalten und aufgeklärt werden. "Dadurch erhoffen wir uns einen nachhaltigeren Effekt."

Polizeikräfte häufen Überstunden an

Vor dem Blitzmarathon machte sich bei der Polizei jedoch nach Angaben der Gewerkschaft ein großer Personalmangel bemerkbar. Aktuell gebe es unter den Vollzugsbeamten sehr hohe Corona-Inzidenzen und daher viele Ausfälle, sagte Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Hinzu komme, dass viel Personal für die Registrierung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine sowie die Kontaktnachverfolgung der Corona-Infektionen anderweitig gebunden sei. Geblitzt werde dennoch – mit Hilfe von Einsatzkräften, die zusätzliche Überstunden anhäufen werden.

Das Innenministerium in München hingegen betonte, dass die bayerische Polizei "zwar hochbelastet" sei, einen Personalmangel gebe es aber nicht. "Die Bayerische Polizei ist voll einsatzfähig und kann alle ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen", sagte ein Ministeriumssprecher. Es gehöre zum Alltagsgeschäft, entsprechende Schwerpunkte zu setzen.

Raser verursachen knapp ein Viertel der Todesfälle

Knapp ein Viertel der Verkehrstoten in Bayern gehe auf Raser zurück. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben des Ministeriums 109 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen - das waren 38 weniger als ein Jahr zuvor. Die Ergebnisse des diesjährigen Blitzmarathons sind nach Angaben des bayerischen Innenministeriums bis zum Freitagnachmittag zu erwarten.

Erfunden wurde der Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen, in Bayern gab es den ersten 2013. Der diesjährige europaweite "Speedmarathon" wurde vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk "Roadpol" organisiert. Außer in Bayern wurde auch in mehreren anderen Bundesländern geblitzt.

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