Billigfleisch ade Das sagen idowa-Leser zu den Aldi-Plänen

Der Discounter Aldi hat Ende Juni angekündigt, bis 2030 Fleisch aus seinem Sortiment verbannen zu wollen, das in reiner Stallhaltung produziert wird – umgangssprachlich auch "Billigfleisch" genannt. (Symbolbild) Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Discounter Aldi will bis 2030 Fleisch aus reiner Stallhaltung - umgangssprachlich "Billigfleisch" genannt - aus seinen Regalen verbannen. Überfällig oder unnötig? Das wollten wir in der vergangenen Woche von unseren Lesern wissen. Die Antwort fällt relativ klar aus. 

Von den 2.205 Lesern, die an unserer Umfrage teilgenommen haben, bewerten 1.483 (67 Prozent) Aldis Schritt als richtig. Sie hoffen, dass auch noch andere Discounter nachziehen. 511 der Befragten (23 Prozent) finden dagegen, dass Fleisch auch weiterhin günstig erhältlich sein sollte. Und 211 (10 Prozent) verzichten dem Tierwohl zuliebe komplett auf Fleisch und Wurst. 

Auch auf unserer Facebook-Seite haben sich viele Leser zu Aldis Entscheidung geäußert. Hier überwiegt ebenfalls die Zustimmung - allerdings kritisieren einige Leser, warum der Schritt erst 2030 erfolgen soll. "Billigfleisch abschaffen - hervorragend. Bis 2030 - einfach nur lachhaft", schreibt etwa Uwe Hauser. Christian Auer pflichtet ihm bei: "Das sind noch 8 1/2 Jahre. Wäre man konsequent und würde man es ernst nehmen, sollte das Billigfleisch die nächsten 2-3 Jahre komplett aus dem Sortiment entfernt werden." Auch Agnes Sottor kritisiert die lange Zeit bis dahin - sie vermutet, dass es Aldi mehr um PR als tatsächlich um Tierwohl geht.

Mehrere User geben außerdem zu bedenken, dass teuer nicht automatisch auch besser bedeutet. "Das garantiert noch lange nicht, dass es den Tieren wirklich besser geht", schreibt Roswita Reimann. Katharina Stein befürchtet: "Dann kosten eben nicht 500g Hackfleisch 3 Euro, sondern es kosten 400g Hackfleisch 3 Euro. Alles reine Taktik." Und auch Günther Holzhammer findet: "Leider hört sich das nur im ersten Augenblick gut an." Dass die Mehreinnahmen am Ende tatsächlich bei den Landwirten ankommen, bezweifelt er. Auch der Bauernverband reagierte auf Aldis Ankündigung zunächst zurückhaltend. Er fordert, den Worten nun auch Taten folgen zu lassen. Der Weg hin zu mehr Tierwohl scheint noch ein langer zu sein. 

 

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