Bildung Opposition fordert qualifizierte Ethiklehrer für Schulen

Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Beliebtheit des Ethikunterrichts lässt die Nachfrage nach qualifizierten Lehrkräften in Bayern steigen - doch das Angebot deckt nicht den Bedarf. Grüne, SPD und FDP haben deshalb am Donnerstag im Kultusausschuss des Landtages auf eine Ausweitung und Modernisierung der Ausbildungsmöglichkeiten gedrängt. Die hohe Zahl der Kirchenaustritte, der Zuzug ausländischer Kinder und die generell säkularer werdende Gesellschaft ließen erwarten, dass die Zahlen in Zukunft noch stärker stiegen, hieß es zu Begründung.

Als eigenes Fach lässt sich Ethik in Bayern erst seit dem zurückliegenden Wintersemester studieren, zuvor gab es nur die Möglichkeit eines Erweiterungsfaches oder spezifischer Fortbildungen. Und selbst die sind kein Muss. Ethik wird daher bislang oft von fachfremden Lehrkräften unterrichtet. Das sieht auch das Kultusministerium kritisch, wie ein Mitarbeiter sagte. Die Qualifizierung der Lehrkräfte sei ein langwieriger Prozess: "Das geht nicht von heute auf morgen."

Insgesamt zog der Beamte eine positive Bilanz der Entwicklung des gerade in Bayern auf starke Widerstände gestoßenen Unterrichtsfachs, das vor allem Werte und einen moralischen Kompass vermitteln soll. "Wir sind auf einem guten Weg, dass der Ethikunterricht den gleichen Stellenwert hat wie die anderen Fächer, insbesondere der Religionsunterricht - was die Inhalte betrifft, was die Strukturen betrifft, was die Beteiligung betrifft."

Zwischen dem Schuljahr 2010/11 und dem Schuljahr 2020/21 sind die Schülerzahlen im Ethikunterricht an den Grundschulen um knapp 18, an den Realschulen um gut 16 und an den Gymnasien um rund 15 Prozent nach oben gegangen. Kritik kam von den Abgeordneten auch an Vorgaben des Ministeriums, wonach der grundsätzlich gleichgestellte Islamunterricht nur angeboten werden darf, wenn auch ein Ethikangebot zustande kommt. Zur Begründung führte der Ministeriumsmitarbeiter an, damit solle verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche im Zweifel nur religiöse Alternativen zur Wahl hätten.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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