Besonders, aber kein Ausnahmezustand: Das Gäubodenvolksfest aus Sicht der Polizei

Auf dem Gäubodenvolksfest hat die Straubinger Polizei alle Hände voll zu tun. Der Großteil der Besucher begegnet den Beamten dabei sehr respektvoll. (Symbolbild) Foto: Mathias Adam

Am 10. August ist es wieder so weit: Das Gäubodenvolksfest beginnt und läutet elf Tage Ausnahmezustand in Straubing ein. Auch für die Beamten der Straubinger Polizei ist das Volksfest jedes Jahr etwas Besonderes – und eine besondere Herausforderung. Albert Meier ist als Pressebeauftragter der PI Straubing bereits seit vielen Jahren damit vertraut. Im Interview mit idowa spricht er über seine Erfahrungen, das Sicherheitskonzept des Volksfestes und die kuriosesten Einsätze seiner Laufbahn.

Herr Meier, nur noch wenige Tage, dann beginnt das Gäubodenvolksfest. Für Straubing bedeutet das: elf Tage Ausnahmezustand. Für Sie auch?

Meier: „Ausnahmezustand“ würde ich nicht sagen, aber natürlich ist das Volksfest schon etwas Besonderes.

Im positiven oder negativen Sinn?

Meier: Nun ja, für uns ist das Volksfest immer mit einer langen Vorbereitungszeit verbunden. Die ist auch durchaus arbeitsintensiv. Aber dadurch freut man sich eigentlich umso mehr, wenn es endlich losgeht. Die meisten Kollegen, vor allem die jungen, schätzen den Dienst auf dem Volksfest. Auch die Kollegen der Bereitschaftspolizei kommen immer gern zu uns. Ich glaube schon, dass die meisten das Volksfest sehr positiv sehen.

Warum? Ist das Gäubodenvolksfest so ein „dankbares“ Volksfest?

Meier: Man hat auf jeden Fall schon mehr zu tun als sonst, das ist klar. Aber für ein Fest dieser Größe geht es eigentlich. Wir reden hier ja doch von etwa 1,4 Millionen Besuchern. Wenn man sich dann die Fallzahlen anschaut: Letztes Jahr waren wir bei den Körperverletzungen zum Beispiel bei 56 Fällen. Natürlich ist jede einzelne Körperverletzung eine zu viel, aber in Relation zur Besucherzahl sind das doch verhältnismäßig wenige Fälle.

Woran liegt das?

Meier: Ein Kernthema unseres Sicherheitskonzeptes ist die Prävention. Wir wollen verhindern, dass es überhaupt zu Straftaten kommt. Auf dem Festplatz ist deswegen eine Vielzahl an Streifen unterwegs. Wenn die merken, dass sich etwas anbahnen könnte, gehen sie gleich dazwischen. Unterstützt werden sie dabei auch von der Videoüberwachung. Wenn die Kollegen dort etwas beobachten, geben sie Bescheid. Viele Streitereien und Raufereien können so schon im Keim erstickt werden.

Hat sich am diesjährigen Sicherheitskonzept im Vergleich zum Vorjahr etwas geändert?

Meier: Nicht viel. Da, wo wir es konnten, haben wir ein paar Abläufe optimiert, aber das wird für die Besucher kaum spürbar sein. Ansonsten: Wir werden wie in den letzten Jahren wieder an Ein- und Ausgängen selektiv Taschenkontrollen durchführen und am Festplatz und auch in der Innenstadt präsent sein. An mehreren Punkten werden wir auch wieder Videokameras aufstellen – vier in der Innenstadt und elf am Festplatz. Und die Betonpoller am Eingangsbereich wird es heuer ebenfalls wieder geben.

Wie werden diese Maßnahmen von den Besuchern aufgenommen?

Meier: Die überwiegende Mehrheit sieht unsere Bemühungen sehr positiv. Im vergangenen Jahr sind immer wieder Leute auf uns zugekommen und haben uns für unseren Einsatz gedankt. Die waren froh, uns zu sehen. Ich denke, wir haben hier einen ganz guten Mittelweg gefunden. Wir riegeln das Gelände ja nicht komplett ab und kontrollieren alles und jeden. Aber wir sind schon sehr präsent.

In 20 Jahren Volksfest haben Sie sicher schon einiges erlebt. Gibt es Einsätze oder Begebenheiten, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Meier: (lacht) In den letzten Jahren habe ich beim Volksfest auch die Pressearbeit gemacht, da fallen mir schon ein paar Sachen ein. Zum Beispiel sind wir einmal gerufen worden, weil Unbekannte nachts in der Wildwasserbahn gebadet haben. Oder einmal hat jemand einen ganzen Laib Käse gestohlen. Der hatte bestimmt über 20 Kilo. Der Dieb hat ihn dann zu einer Parkbank geschleppt und dort zu Essen angefangen. Und in einem Jahr hat sich ein Besucher vor einem Geisterbahn-Schausteller so erschrocken, dass er zugeschlagen hat. Das sind aber alles eher lustige als schwerwiegende Fälle. Größere Schlägereien oder Einsätze in den vergangenen Jahren würden mir spontan tatsächlich nicht einfallen.

Letzte Frage: Wenn Sie einen Wunsch an die Volksfestbesucher richten könnten – wie würde der lauten?

Meier: Dass sie runtergehen und Spaß haben, aber alles im rechten Maß. Man sollte schon noch wissen, was man tut.

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