Berufsportrait Damit auch alles funktioniert: Tobias und Jonas machen eine Ausbildung in der Elektrotechnik

Jonas (links) und sein Ausbilder Maximilian Schmucker überprüfen einen Laptop. Foto: Geiger

Sorgfalt, ein genaues Auge und eine gute Portion Geduld. Das muss jeder mitbringen, der eine Ausbildung in der Elektrotechnik anfangen möchte. Absolventen der Berufsausbildung erwartet ein abwechslungsreicher Beruf. Und der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften ist in diesem Beruf größer denn je.

Tobias Zollner (26) und Jonas Böckmann (21) haben sich bei ihrem Ausbildungsbetrieb, dem EMV-Testhaus in Straubing, auf eine besondere Art des Elektrotechnikers spezialisiert. Dort werden seit 2001 Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet, insbesondere im Bereich Messtechnik für EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit) und Produktsicherheit. Für Tobias und Jonas heißt das, dass jeden Morgen eine neue Aufgabe auf sie warten kann. Im Prüflabor testen sie Geräte aus verschiedenen Bereichen, wie etwa Fernseher, Laptops oder auch Segways. All jene Geräte, in denen Elektronik verbaut ist. „Ein Elektrotechniker, vor allem, wenn er wie wir im Bereich Messtechnik arbeitet, muss geduldig sein und ein gutes Auge haben“, sagt Tobias. „Und natürlich technisches Interesse“, ergänzt Jonas.

Unterschiedliche Wege, gleiche Aufgaben

Die beiden Auszubildenden sind auf unterschiedlichen Wegen ins EMV-Testhaus gekommen. Jonas begann seine Ausbildung direkt nach der Fos. Er steht kurz vor seiner Abschlussprüfung und arbeitet im Betrieb bereits komplett selbstständig – quasi schon ein alter Hase. Tobias hat schon eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und absolviert gerade ein duales Studium. Er ist noch im ersten Lehrjahr und dabei, sich die Grundkenntnisse der Elektronik anzueignen. „Am Anfang ist noch sehr viel neu, aber man entwickelt sehr schnell ein Verständnis dafür, wie die einzelnen Messungen und Prüfungen im Labor funktionieren“, sagt Tobias.

Neben der Arbeit im Betrieb besuchen beide im Blockunterricht die Berufsschule. „Das duale Studium vertieft bestimmte Aspekte natürlich“, sagt Tobias: „Die Abläufe im Betrieb sind für uns beide aber gleich.“

In der Ausbildung beim EMV-Testhaus gibt es für die zukünftigen Elektrotechniker zwei Hauptbereiche. Zum einen geht es in der EMV-Abteilung darum, ob sich elektronische Geräte gegenseitig beeinflussen können. Zum Beispiel, ob sich die Strahlung einer Mikrowelle auf die Funktion anderer Küchengeräte auswirkt. Die Prüftechniker untersuchen alles sorgfältig. Anschließend werten sie die Ergebnisse aus und schreiben sie in einem Prüfbericht nieder. Der zweite Bereich ist die Produktsicherheit. Hier überprüfen die Messtechniker, wie sich ein Produkt auf den Menschen auswirkt. Ob es vielleicht zu scharfe Kanten hat oder durch falsche Handhabung gefährlich für den Nutzer werden kann. Es kann in dieser Abteilung durchaus vorkommen, dass man schon einmal ein lautes Knallen hört oder ein Messtechniker mit einem qualmenden Gerät in der Hand ins Freie läuft.

Eine gefragte Ausbildung – auch für Mädchen

„Eine Besonderheit im EMV-Testhaus ist, dass jeder Mitarbeiter die Auszubildenden jederzeit unterstützt und die eigenen Erfahrungen mit ihnen teilt“, sagt Jonas. Etwas, auf das der Betrieb großen Wert legt, wie der Ausbilder Maximilian Schmucker ergänzt. „Die Ausbildung zum Elektrotechniker ist sehr gefragt und auch für Mädchen mit technischem Interesse bestens geeignet.“ Das sorgt seiner Erfahrung nach dafür, dass der Beruf sehr zukunftssicher ist. Aufgrund der Branche, die sich ständig weiterentwickelt, bietet der Beruf außerdem verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten.

 
 

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