Kommentar: Berlin Wahlhelferin Merkel

Petro Poroschenko verspricht eine rasche Umsetzung des Friedensplans - die OSZE und die meisten Ukrainer sind da pessimistischer. Foto: dpa

Der Regierungssprecher und Bundeskanzlerin Angela Merkel selbst haben sich sehr ins Zeug gelegt, um den Besuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko als völlig normal darzustellen. Das jedoch war er nicht. Dass die Kanzlerin ein Staatsoberhaupt empfängt, das sich in gut einer Woche einer Stichwahl stellen muss und diese nach allen Umfragen krachend verlieren wird, ist mehr als ungewöhnlich. Erst recht, dass sie erklärt, er sei "der einzige", mit dem man zusammenarbeiten könne. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der am Freitagabend mit Poroschenko dinierte, hat sich zuvor wenigstens mit dessen Herausforderer Wolodymyr Selenskyj getroffen, um den Anschein von Parteilichkeit zu vermeiden.

Merkel jedoch versucht nicht einmal, aus ihrer Präferenz einen Hehl zu machen, sie stellt sich als Wahlhelferin zur Verfügung und bereitet Poroschenko kurz vor der Entscheidung in der Ukraine die große Bühne, gibt ihm die Möglichkeit, sich als großer Staatsmann zu inszenieren. Dabei ist er Teil der Probleme in seinem Land. Er, der sich in Militär-Uniform gefällt, tut wenig, um die Lage im Donbass zu entspannen und das von Merkel mit ausgehandelte Minsker Abkommen umzusetzen. Auch wirtschaftliche Reformen und der Kampf gegen die Korruption kommen kaum voran. Davon profitieren die Oligarchen, und der Staatschef selbst ist einer von ihnen.

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