Es kommt selten vor, dass Angela Merkel (CDU) die Beherrschung verliert. Die Kanzlerin agiert wohltemperiert und ist stets bemüht, die Hitze aus Meinungsverschiedenheiten zu nehmen. Doch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) trifft bei den jüngsten Lockdown-Beratungen einen wunden Punkt, als das Thema Schulen zur Sprache kommt. Merkel geht dem Vernehmen nach an die Decke, als sich Schwesig als Beschützerin der Schüler gibt. "Das lasse ich mir nicht anhängen, Frau Schwesig, dass ich Kinder quäle und die Arbeitnehmerrechte missachte", donnert die Kanzlerin. Eine Sitzungspause, die zehn Minuten dauern soll und aus der eine Stunde wird, löst die Blockade.