Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sich das dominierende Bild des Staates gewandelt hat. Der schlanke Staat war gestern. Jetzt ist Vater Staat zurück - streng und breitschuldig. Streng, weil der die Grundrechte so stark einschränkte wie nie zuvor seit dem Krieg. Breitschultrig, weil er seine Bürger vor den großen Gefahren beschützen soll. Damit er dazu fähig ist, soll er viel Geld bekommen.

CSU-Chef Markus Söder will mehr "Kohle" aufwenden, um schneller aus der klimaschädlichen Stromerzeugung mit Kohle aussteigen zu können. Die Grünen schlagen vor, jedes Jahr 50 Milliarden an Staatsgeld in den Umbau der Gesellschaft zu stecken. Damit sollen Ladesäulen für E-Autos, ein massiver Ausbau der Bahn und moderne Busse finanziert werden. SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz wirbt mit der Tilgung der Altschulden von Kommunen um Stimmen. Das soll ihnen den Spielraum geben, um mehr Geld für die Modernisierung einsetzen zu können. Und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet kündigte einen Deutschlandfonds für Investitionen an. Dass Schwestern und Pfleger in Altenheimen besser bezahlt werden müssen, ist eine Lehre aus den vergangenen Monaten, die niemand bestreitet.