Bayernliga Süd Höhen und Tiefen: Hankofens Wechselbad der Gefühle

Hoch oder runter? Wohin Gerry Hubers Daumen am Ende der Saison zeigt, ist zur Winterpause noch nicht absehbar. Foto: Charly Becherer

Hankofen hat in der bisherigen Saison Höhen und Tiefen erlebt. Nach schwachem Start und vielen Verletzten erarbeiteten sich die "Dorfbuam" vor dem Winter doch noch eine ordentliche Ausgangslage.

Gerry Huber, Trainer des Fußball-Bayernligisten SpVgg Hankofen, kann auf eine bisher wankelmütige Saison zurückblicken, die sowohl Höhen als auch Tiefen hatte. Als “durchwachsen” bezeichnet der 54-Jährige die bislang 21 Spiele. Zur Winterpause stehen die “Dorfbuam” mit 23 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz und damit auf einem Abstiegsrelegationsplatz.

Dabei ist die Hankofener Saison gut in zwei Abschnitte zu teilen. Bis zum 13. Spieltag gelangen dem einzigen niederbayerischen Bayernligisten nur zwei mickrige Siege – bei sieben Niederlagen und vier Unentschieden. Das rettende Ufer war zwischenzeitlich ein gutes Stück entfernt. Anschließend schafften die Hankofener aber die Trendwende und aus den letzten acht Spielen vor dem Winter fuhren sie 13 Punkte ein, nur noch einmal ging man als Verlierer vom Platz. “Da konnten wir unser Niveau konstant hochhalten. Wie wir uns die letzten beiden Monate präsentiert haben, war gut”, so die Einschätzung Hubers.

Verletzungssorgen bremsen Entwicklung

Im Sommer war der SpVgg-Coach vor allem deswegen sehr positiv gestimmt, weil der Großteil der Hankofener Mannschaft zusammengeblieben ist. Das war in der Vergangenheit meist nicht der Fall. Doch dann schlug das Verletzungspech knallhart zu. Kapitän Matthias Lazar konnte noch gar kein Spiel bestreiten, mit Tobias Richter oder Mateusz Krawiec fielen weitere wichtige Akteure für einige Spiele aus, die in den vergangenen Jahren Teil des Hankofener Gerüsts waren.

„Wir hatten schon mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen, mit denen wir vor der Saison so nicht gerechnet hatten“, sagt Huber. Entsprechend fand sich keine feste Formation, die sich einspielen konnte. Die Folge waren Leistugungsschwankungen und auch das nötige Selbstvertrauen ging ab.

Weil einige Spieler aus dem Gerüst nicht verfügbar waren, mussten andere Akteure in die Bresche springen. So auch einige Sommerneuzugänge, die vor allem perspektivisch eingeplant waren. Der Plan war, die jungen Spieler rund um die funktionierende Achse einzubauen. „Die haben ein wahnsinniges Potenzial, hätten aber vielleicht noch ein bisschen Zeit gebraucht. Aufgrund der Personalsituation mussten wir sie ins kalte Wasser werfen“, blick Huber auf die Phase zurück. Als Beispiel nennt er Samuel Pex. Der 20-Jährige habe „bis auf Torwart, Innenverteidiger und Stürmer wahrscheinlich jede Position gespielt. Das ist dann für so einen Jungen nicht ganz einfach.“

Die Tendenz stimmt

Doch die schwierige Phase ging zu Ende. „Gerade im Oktober und November haben wir einige super Spiele gezeigt“, sagt Huber. Im Nachhinein könne die bisherige Saison sogar helfen: „Wenn man eine solche Situation gut meistert, dann kommt man meist auch mit einem guten Gefühl heraus.“ Aus der Ruhe hat sich Huber laut eigener Aussage auch in der schwierigen Phase nicht bringen lassen: „Es ist wichtig, dass man an die eigene Arbeit glaubt und ruhig bleibt. Wenn ich nicht daran glaube, wie soll ich es dann den Spielern vermitteln?“ Auch das bekanntlich ruhige Hankofener Umfeld habe geholfen.

Als Huber vor zweieinhalb Jahren in Hankofen als Trainer begann, haben sich die Verantwortlichen einen klaren Plan zurechtgelegt. „Wir wollten weg von einer Mannschaft die tief steht und auf Konter lauert. Stattdessen war es das Ziel, mutig nach vorne zu agieren.“ Dass dies nicht von heute auf morgen geht, war Huber dabei klar. „Das ist immer ein längerer Prozess, da spielen viele Kleinigkeiten eine Rolle.“ Auch Rückschläge wurden eingeplant. Huber ist Stand heute aber sehr zufrieden: „Wir haben einen Riesensprung gemacht – auch wenn sich das leider bislang noch nicht am Tabellenplatz ablesen lässt.“ Dafür fehle es noch an Konstanz.

Die Frage der Konstanz

Hier soll nun auch angesetzt werden. „Das nächste Ziel ist, dass unsere jungen Spieler ihr gutes Niveau über einen längeren Zeitraum halten können.“ Denn viele Punkte habe man in der bisherigen Saison auch hergeschenkt. Um die Konstanz zu verbessern, hilft auch die Verbesserung der Personalsituation. „Natürlich ist es ein Unterschied, ob man 18 oder elf Spieler im Training hat. Das ist eine ganz andere Trainingsqualität – und nicht umsonst heißt es: So wie du trainierst, spielst du auch“, sagt Huber.

In der Anfang Februar startenden Wintervorbereitung kann Huber wieder auf den Großteil seines Kaders zurückgreifen. Nur in der Innenverteidigung wird es eng. „Da sind wir auf der Suche“, sagt Huber – im Wissen, dass eine qualitativ hochwertige Verpflichtung im Winter oftmals schwierig ist. „Wenn wir jemanden holen, muss er uns aber auch weiterhelfen“, sagt er.

Dank der Serie vor dem Winter ist es wieder ein sehr realistisches Ziel, den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Mit einem Sieg im Nachholspiel könnte Hankofen sogar aus eigener Kraft auf einen Nichtabstiegsplatz springen. „Am Ende der Saison wollen wir über dem Strich stehen – gerne machen wir den Klassenerhalt aber schon früher fix als vergangene Saison“, sagt Huber. Damals gelang die Rettung am letzten Spieltag. Zur Not würden sie aber auch das in Hankofen wieder unterschreiben.

 

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