Bayern Zukunft von Fritz Koenigs "Ganslberg": Appell an Söder

Das ehemalige Wohnaus "Ganslberg" des Bildhauers Fritz Koenig. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild/dpa

Landshut (dpa/lby) - Weggefährten des weltweit bedeutsamen Bildhauers Fritz Koenig wollen dessen Künstlerhaus "Ganslberg" nahe Landshut für Besucher öffnen und sehen bei der Finanzierung den Freistaat in der Pflicht. Sie appellieren an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und den neuen Kunstminister Markus Blume (beide CSU), das Projekt voranzutreiben, wie Kunstkurator Alexander Rudigier der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die von der Fritz-und-Maria-Koenig-Stiftung vor einem Jahr in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Nutzung des "Ganslberg" liege nun schließlich vor - auch dem Kunstministerium.

Blumes Vorgänger als Kunstminister, Bernd Sibler (CSU), habe vor zwei Jahren zugesagt, mit dem Finanzminister sprechen zu wollen, sobald ein tragfähiges Konzept erarbeitet sei, mahnte Rudigier an. Er gehört zu einer kleinen Gruppe an Weggefährten des 2017 verstorbenen Bildhauers, die das Projekt "Ganslberg" gemeinsam mit der Stiftung und dem Fritz-Koenig-Freundeskreis fördern. Auf ihr Betreiben hin ist das Künstlerhaus 2021 in die Denkmalliste aufgenommen worden. Über den Umgang mit Koenigs Erbe wird in Landshut seit Jahren diskutiert.

Der Historiker Michael Wolfssohn empörte sich am Donnerstag in der "Jüdischen Allgemeinen": "Wie würdigt und erhält die Kunstrepublik Deutschland Werk und Wirkung ihres Weltkünstlers? Mangelhaft bis ungenügend." Zwar gebe es in Landshut das Koenigmuseum, jedoch: Den "Ganslberg" hätten Bund, Stadt und Freistaat "erst vergammeln und dann abreißen lassen", schreibt er. Quasi in letzter Minute sei es Freunden und Verehrern Koenigs gelungen, "diesen Vandalismus zu verhindern". Nun gelte es, dem Denkmal Leben einzuflößen.

Fritz Koenig (1924-2017) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit. Berühmt ist unter anderem seine Plastik "Kugelkaryatide N.Y.", die nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York beschädigt aus den Trümmern des World Trade Centers geborgen wurde. Seit 2017 steht sie nahe der 9/11-Gedenkstätte.

© dpa-infocom, dpa:220224-99-266794/2

 
 
 

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