Bayern Weniger Insolvenzen im Freistaat

Die angemeldeten Insolvenzverfahren in Bayern sind in den ersten drei Quartalen 2018 weiter rückläufig. (Symbolbild) Foto: Swen Pförtner/dpa

Immer weniger Privatpersonen und Unternehmen in Bayern melden Insolvenz an. Dennoch türmen sich die Forderungen der Gläubiger zu Rekordsummen auf. Grund sind wohl einzelne Großinsolvenzen, die besonders ins Gewicht fallen. Wie lässt sich aber der generelle Rückgang bei den Insolvenzen im Freistaat erklären?

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 exakt 9.273 Insolvenzverfahren beantragt, darunter knapp 2.000 Unternehmens- und fast 5.000 Verbraucherinsolvenzverfahren. Die restlichen Insolvenzen entfallen auf Gesellschafter, Nachlässe und gemeinsames Gut aus Gütergemeinschaften. Verglichen mit dem Vorjahr sank die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen um 4,3 Prozent, die der Verbraucherinsolvenzen ging um fast 7 Prozent zurück.

Auf eine Unternehmensinsolvenz kamen im Durchschnitt etwa 1,78 Millionen Euro Gläubigerforderungen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es knapp 680.000 Euro – der Wert hat sich somit mehr als verdoppelt. Als Hintergrund für diese Entwicklung sind einzelne Großinsolvenzen anzuführen. Der größte Fall im Freistaat betraf das Industrieunternehmen Schletter in Oberbayern. Schletter fertigt Metallteile für Waggons sowie Solaranlagen und beschäftigt laut Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge in Deutschland mehr als 800 Mitarbeiter. Nach der Insolvenz übernahm ein Finanzinvestor das rund 50 Jahre alte Unternehmen. Pro Pleiteunternehmen waren in Bayern zuletzt etwa 9.000 Arbeitnehmer betroffen.

In Ostbayern wurden auf Städteebene die meisten Verbraucherinsolvenzen in Straubing angemeldet. 49 waren es in der Gäubodenstadt, dicht gefolgt von Landshut mit 48 Insolvenzen. In Regensburg gingen 46 Personen pleite. Auf Landkreisebene steht Schwandorf mit 70 angemeldeten Insolvenzen an erster Stelle. Mit Abstand die wenigsten Pleiten können die Kreise Straubing-Bogen und Kelheim mit 18 und 16 Insolvenzen vorweisen. Die Kreise Cham und Regensburg sind in der Mitte des Feldes angesiedelt.

Rückgang wegen guter Konjunktur

Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gehört Bayern weiter zu den Bundesländern mit einer besonders niedrigen Quote bei den Firmenpleiten: Lediglich 42 von 10.000 Unternehmen mussten demnach heuer Insolvenz anmelden. Nur in Baden-Württemberg war die Quote noch darunter.

Der Rückgang der Insolvenzen folgt einem bundesweiten Trend, den die Auskunftei vor allem mit der guten wirtschaftlichen Lage begründet. "Vor dem Hintergrund der zunehmend wirksam werdenden Konjunkturbremsen und der Zinswende ist eine weitere Abnahme der Unternehmensinsolvenzen über 2018 hinaus allerdings fraglich", schreiben die Autoren. 

 

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