Bayern verschärft Regeln Söder: 2G künftig auch in Handel und Außengastronomie

, aktualisiert am 30.11.2021 - 20:19 Uhr
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt im Anschluss nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten und Angela Merkel in der Orangerie der Staatskanzlei München ein Interview. Foto: Felix Hörhager/dpa

Die Staatsregierung will die Corona-Auflagen insbesondere für Ungeimpfte weiter verschärfen. Auch im Handel und in der Außengastronomie solle künftig die 2G-Regel gelten.

Angesichts der weiter dramatischen Corona-Lage müssen sich Ungeimpfte in Bayern auf weitere harte Einschnitte einstellen: Auch im Handel und in der Außengastronomie sollen künftig nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben - Einkäufe des täglichen Bedarfs ausgenommen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach Telefonberatungen von Bund und Ländern in München.

Zugleich kündigte er mindestens für Bayern an, dass es bis zum Jahresende nur noch Geisterspiele ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga geben soll. Weitere Corona-Maßnahmen - die Regeln für extreme Hotspots, die Schließung von Bars und Kneipen und die Sperrstunde in der Gastronomie - sollen bleiben, auch über die bislang geltende Frist 15. Dezember hinaus. Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe angekündigt, diese Frist mit der Ampel-Koalition zu verlängern.

Omikron bereitet Sorgen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ist unterdessen in Bayern weiter leicht rückläufig: Das Robert Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 618,2 an - am Montag war noch ein Wert von 627,6 gemeldet worden. Söder sagte dazu: "Der Corona-Pegel in Bayern sinkt." Es sei aber unklar, ob dies ein länger anhaltender Trend sei oder nur eine Verschnaufpause. Klar sei auch, dass die Belastung der Kliniken zeitverzögert weiter ansteige. Und der Regierungschef warnte: "Omikron könnte alles auf den Kopf stellen."

In Bayern wurde mittlerweile ein vierter Fall der neuen besorgniserregenden Omikron-Variante mittels Genom-Sequenzierung bestätigt. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag in Erlangen mit. Bei weiteren 15 Personen bestand ein starker Verdacht. Diese möglichen Omikron-Fälle seien aber noch nicht durch eine Genom-Sequenzierung nachgewiesen.

Ein Teil der neuen Corona-Maßnahmen soll im bundesweiten Gleichklang erfolgen - etwa 2G im Handel. "Was dazukommen wird - was für Bayern dann ein Plus wäre - das sind weitere Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich und 2G im Handel", sagte Söder. "Das ist der Wunsch der Mehrheit der Länder." Einkäufe für den täglichen Bedarf sollen ausgenommen werden - die Details sollen bis spätestens Donnerstag noch zwischen Bund und Ländern abschließend beraten und beschlossen werden.

Söder will notfalls Alleingang

Fußball-Geisterspiele will Söder aber notfalls im Alleingang für Bayern beschließen - auch wenn die anderen Länder nicht mitziehen. "Wenn Weihnachtsmärkte zu sind, ist es nicht stimmig, volle Stadien zu haben", argumentierte er. "Bis Jahresende sollte man ohne Zuschauer auf jeden Fall bei den Profi-Ligen auskommen."

Klar ist nun auch, dass Ungeimpfte in Bayern selbst an der frischen Luft in der Gastronomie künftig nichts mehr bestellen dürfen. "Wir werden von bayerischer Seite aus noch nachjustieren, um bestimmte Bereiche der Außengastro ebenso auf 2G umzustellen, wie das im Innengastro-Bereich der Fall ist", sagte Söder. Es solle keine Ausweichbewegungen und Ersatzmöglichkeiten zu Weihnachtsmärkten geben. Einzelne Kommunen in Bayern handhaben dies bereits so.

Söder sieht den bundesweiten Kampf gegen Corona nach dem Bund-Länder-Gespräch auf dem richtigen Weg. "Man kann sagen: Die Richtung stimmt", sagte er. Die Linie, auf die man sich verständigt habe, das sei "auf jeden Fall so was wie ein Corona-Paket und ein Stück weit auch eine Notbremse". Dabei dankte er - nach viel Kritik vorab - nun ausdrücklich Scholz: "Es ist besser gelaufen, als ich gedacht habe. Es ist eine Menge vorangekommen. Und ich sage das jetzt auch so persönlich: Daran hat auch heute Olaf Scholz seinen Anteil."

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