Bayern Erneut schwere Gewitter: Feuerwehr pumpt Keller aus

Ein Feuerwehrauto fährt mit Blaulicht zu einem Einsatz. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild/dpa

In Südbayern haben am Montagabend Gewitter mit starken Regenfällen erneut für Überschwemmungen gesorgt. Zuvor hatte ein Sturm in einem Wald in Oberbayern bereits einen Hochsitz umgeworfen, der Jäger kam ums Leben.

Sonthofen (dpa/lby) - Heftige Gewitter mit Starkregen haben am frühen Montagabend in Südbayern erneut für Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu) ausrücken, um Keller auszupumpen.

Auch aus dem südlichen Oberbayern wurden einzelne Überschwemmungen und Feuerwehreinsätze gemeldet, wie das Polizeipräsidium Rosenheim berichtete. Im Landkreis Rosenheim ist am Abend der Unwetteralarm ausgelöst worden, wie das Landratsamt Rosenheim mitteilte. Dort sei ein Krisenstab mit Vertretern des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr, des THW, des Rettungsdienstes und der Berg- und Wasserwacht zusammengetreten. "Rund 1000 Kräfte sind heute Abend im Landkreis Rosenheim gefordert", hieß es. Bis kurz nach 22 Uhr seien sie bereits zu mehr als 250 Einsätzen gerufen worden.

Die Unwetterfront zog nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in nördlicher Richtung über ganz Schwaben in Richtung Oberbayern und Franken. Der Umfang der Überflutungen war zunächst noch nicht absehbar.

Auch im Zugverkehr kam es durch die Gewitter zu Beeinträchtigungen. Die Strecke München-Salzburg wurde zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt. Bäume mussten aus der Oberleitung entfernt werden.

Der Deutsche Wetterdienst hatte zunächst für das Allgäu und auch andere Teile des Freistaats vor Unwettern gewarnt. Schwerer Starkregen mit bis zu 40 Litern Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit sowie Hagel und Sturm waren vorausgesagt. Ab dem späten Montagabend sollte sich nach Angaben der Meteorologen die Wetterlage entspannen. Für die nächsten Tage rechnen sie nur noch mit vereinzelten Schauern und Gewittern in Bayern.

Bereits am Wochenende hatten starke Unwetter vor allem in Oberbayern gewütet - in Eglfing im Landkreis Weilheim-Schongau kam dadurch nach Angaben der Polizei vom Montag sogar ein Mensch ums Leben. Der 57-jährige Jäger saß am Sonntagnachmittag in einem Waldstück auf einem Hochsitz, als dieser nach bisherigen Erkenntnissen von einer Windböe umgerissen wurde. Obwohl Ersthelfer und der Rettungsdienst den Verunglückten umgehend versorgten, erlag dieser noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

In der Nähe von Rosenheim hatte laut Polizei eine Mure eine Straße mit Schlamm verschüttet. Bäume waren umgestürzt und Straßen und Keller geflutet worden. Nach Angaben des Landratsamtes waren Tiefgaragen und Keller vollgelaufen, in Götting sei zudem Wasser in eine Biogasanlage eingedrungen. Auf der Zugstrecke Rohrdorf-Rosenheim habe ein Ast die Oberleitung beschädigt. In den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen gab es insgesamt über 100 unwetterbedingte Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel.

© dpa-infocom, dpa:210725-99-516963/6

 

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