Bayern Stripperinnen: Piazolo empfiehlt Parteifreund Rückzug

Fähnchen mit dem Logo der Freien Wähler stehen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv Foto: dpa

München (dpa/lby) - Der Münchner Freie-Wähler-Vorsitzende Michael Piazolo empfiehlt seinem Parteifreund Thomas Neuberger nach dem umstrittenen Auftritt einer Stripperin in seinem Gesangsverein den politischen Rückzug. "Ich würde ihm empfehlen, seine Kandidatur zurückzuziehen", sagte Piazolo am Freitag.

Neuberger ist Kinderbeauftragter im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg und will bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr in den Münchner Stadtrat einziehen. Außerdem ist er Vorstand des Matrosenchors im Stadtteil Obermenzing. Für die Weihnachtsfeier des Chors hatte er laut Berichten von Münchner Medien eine Stripperin organisiert. Das Problem: Bei der Feier waren laut diesen Berichten auch Kinder anwesend.

Neuberger war für die Deutsche Presse-Agentur am Freitag zunächst nicht zu erreichen. Der "Bild"-Zeitung sagte er aber: "Das wird es so in dieser Weise nicht mehr geben." Die "Abendzeitung" zitiert ihn mit dem Satz: "Wir sind Matrosen, wir sind mit allen Wassern gewaschen." Er habe "mal etwas anderes, besonderes bieten" wollen, erklärte er der Zeitung. Die Stripperin, die er auf dem Junggesellenabschied eines Parteikollegen kennengelernt habe, wie er der Zeitung sagte, sei "Bayerns beste", ihre Darbietung "auch eine Art von Kunst".

Piazolo, der auch bayerischer Kultusminister ist und nach eigenen Angaben noch nicht selbst mit Neuberger über den Vorfall gesprochen hat, riet ihm, nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren. Der "AZ" sagte er außerdem: "Der Vorgang an sich ist problematisch, auch Thomas Neubergers Reaktion darauf und die Tatsache, dass man als Kinderbeauftragter besonders sensibel sein sollte."

 

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