Bayern Söder kniet in Gedenken an Sophie Scholl

Ministerpräsident Markus Söder nimmt im Treppenaufgang der Ludwig-Maximilians-Universität an der Kranzniederlegung Sophie Scholl/Weiße Rose teil. Foto: Peter Kneffel/dpa Pool/dpa/dpa

München - Kniefall für Sophie Scholl: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Freitag mit einer Kranzniederlegung in der Ludwig-Maximilians-Universität in München des 100. Geburtstags von Sophie Scholl gedacht. "Sophie Scholl ist eine junge deutsche Heldin für mich gewesen. Es ist total beeindruckend, wenn man noch mal überlegt, dass eine junge Frau, die ihr ganzes Leben vor sich hatte, bereit war, dieses Leben für Freiheit zu opfern, für ihre Haltung, für ihr Gewissen", sagte Söder im Anschluss an den Gedenkakt.

Scholl sei wegen ihres Einsatzes gegen die Nazi-Diktatur nicht einfach nur eine Person der Geschichte, sondern auch eine "Botschafterin unserer Zeit", sagte Söder. Auch heutzutage dürfe nicht zugelassen werden, dass die Gesellschaft verrohe, dass Rassismus, Antisemitismus, Hetze und das Verrücken von Wahrheit und Fake News am Ende gewinnen würden. Dazu brauche es Menschen mit Haltung und dafür sei Scholl "ein überragendes Beispiel".

Söder betonte, es sei "natürlich absolut schäbig", wenn die rechte Szene und Corona-Leugner versuchten, Sophie Scholl für ihre Zwecke in Anspruch zu nehmen. "Wer sagt, wir leben in einer Corona-Diktatur, hat keine Ahnung, was eine Diktatur bedeutet", sagte Söder. Das Erinnern an Scholl sei auch ein Bekenntnis für die Zukunft. Auf der einen Seite mache es traurig, was mit ihr passiert sei, auf der anderen Seite aber auch mutig, da es zeige, dass gerade junge Menschen die Kraft hätten, sich gegen diktatorische Entwicklungen zu stellen.

21 Jahre war Sophie Scholl alt, als sie am 18. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans wegen ihres Widerstandes gegen das Nazi-Regime ermordet wurde. Bis heute wird sie deshalb verehrt. Am 9. Mai wäre sie 100 Jahre alt geworden.

© dpa-infocom, dpa:210507-99-508500/2

 

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