Bayern Schulstart: Piazolo vertraut auf "dichtes Sicherheitsnetz"

Michael Piazolo (Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild/dpa

In Bayern steht in der kommenden Woche der Start in das neue Schuljahr an. Trotz der sich ausbreitenden Delta-Variante setzt das Kultusministerium auf Präsenzunterricht und mehr Normalität.

München (dpa/lby) - Trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem bei jungen Menschen sieht Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) dem Schulstart optimistisch entgegen. "Wir haben ein dichtes Sicherheitsnetz für unsere Schulen geknüpft", sagte er am Donnerstag in München. Das am 14. September startende Schuljahr wolle man mit "so viel Normalität wie möglich" angehen.

Von den generell auch in Bayern gelockerten Corona-Regeln etwa bei der Maskenpflicht werden Bayerns Schüler allerdings erst einmal nicht viel spüren. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in Innenräumen bleibt zum Unterrichtsbeginn weiterhin bestehen. Auch am Arbeitsplatz im Klassenzimmer dürfen Kinder und Jugendliche diese nicht absetzen, sofern sie nicht mindestens eineinhalb Meter vom Sitznachbarn entfernt sind - selbst wenn sie geimpft sind. So sollen insbesondere Infektionen durch Reiserückkehrer verhindert werden. An Grundschulen können Schüler Stoffmasken tragen. Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse müssen mindestens eine medizinische Maske tragen. Zudem forderte Piazolo Eltern auf, die Kinder in den Tagen vor dem Schulstart testen zu lassen.

Eine Teilnahme am Präsenzunterricht sei nach wie vor nur mit negativem Testnachweis möglich, weshalb die Tests an den Schulen ausgeweitet werden sollen, betonte Piazolo. In Grundschulen sowie an Förderschulen plant das Ministerium ab der zweiten Unterrichtswoche zwei Mal die Woche die sogenannten "Lollitests" einzuführen.

Jedes Kind lutscht dafür an zwei Tupfern. Zunächst werden dann im Labor die Proben von allen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert, um die Betroffenen zu finden und die Schulen sowie Eltern vor dem Schulbeginn am nächsten Tag zu informieren. Kritiker monieren, dass die Schüler sich so zunächst unerkannt mit einem Infizierten in einem Raum befinden könnten.

An allen weiterführenden Schulen soll weiterhin drei Mal pro Woche ein Selbsttest durchgeführt werden. Vollständig Geimpfte oder Genesene müssen nicht getestet werden.

Bei einem Corona-Fall soll künftig zudem nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden. Stattdessen sollen die Kinder eine Woche lang täglich getestet werden. Enge Kontaktpersonen, die doch in Quarantäne mussten, können diese nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden, wenn sie symptomfrei sind. Für Schüler ab 12 Jahren soll es weiterhin niederschwellige Impfangebote geben.

© dpa-infocom, dpa:210909-99-153091/3

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading