Bayern Rothsee in Mittelfranken wird zur Muschelrettung abgesenkt

Hilpoltstein (dpa/lby) - Der Rothsee in Mittelfranken wird aus Naturschutzgründen abgesenkt. Ab Anfang November solle so das massive Ausbreiten der Dreikantmuschel in dem Stausee eingedämmt werden, teilte das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg am Freitag mit. Diese bedrohe andere Muschelarten in ihrem Lebensraum.

Etwa Mitte Dezember werde die Absenkung des Sees bei Hilpoltstein im Landkreis Roth um rund fünf Meter erreicht sein. Dadurch gelangten die Dreikantmuscheln ans Tageslicht. "Zwei bis drei kühle Winternächte mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt genügen und die Dreikantmuschel stirbt ab", teilte Leiter Ulrich Fitzthum mit. Unmittelbar nach der Absenkung solle der Rothsee wieder aufgestaut werden.

Die Dreikantmuscheln - dazu zählen etwa die Quagga- und die Zebramuschel - bevölkern laut Andreas Dobler von der Technischen Universität München bereits etliche Seen und Gewässer in Bayern, so auch den Starnberger See, den Ammer- und Chiemsee. Da sie sich rasant vermehren und entsprechend viel Wasser filtrieren, fehle es heimischen Muscheln oft an Nährstoffen, sagte Dobler. Wo sie keine glatte Oberfläche zum Ansiedeln fänden, setzten sie sich auch auf heimischen Muscheln fest, die sich wiederum bevorzugt in Schlamm niederlassen, dann aber teils nicht mehr wandern könnten.

Die Dreikantmuschel gelangte einst aus dem Main-Donau-Kanal in den Rothsee. Seit etwa zehn Jahren breitet sie sich dort rasant aus. Der Rothsee ist ein Stausee im künstlich angelegten Fränkischen Seenland.

© dpa-infocom, dpa:211015-99-611446/2

 

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