Bayern Prozess um Gift in Getränkeflaschen beginnt

Tödliches Gift in Getränkeflaschen, zwei bewusstlose Kinder, fünffacher versuchter Mord: Am Landgericht München I beginnt an diesem Dienstag ein Prozess gegen eine Frau, die wahllos Gift in Getränke verteilt haben soll.

München - Die Warnung verbreitete 2020 Angst in München: In zwei Supermärkten tauchten vergiftete Getränkeflaschen auf - versetzt mit einem Mittel, das tödlich hätte sein können. Die Polizei rief zur Wachsamkeit auf und fasste einige Wochen später eine Tatverdächtige. Diese Frau steht nun von kommendem Dienstag (9. November) an vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord in fünf Fällen vor, hält die psychisch kranke Frau allerdings für schuldunfähig. Ihr droht damit voraussichtlich keine Haftstrafe, sondern die weitere Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie.

Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen 2020 gekauft und daraus getrunken. Zwei Frauen im Alter von damals 34 und 42 Jahren mussten laut Polizei sofort medizinisch behandelt werden. Auch einem 48-Jährigen soll es nach dem Verzehr schlecht gegangen sein. Die Dosis der Lösungsmittel hätte nach Einschätzung der Ermittler tödlich wirken können.

Und es sind nicht die einzigen Fälle, die der Deutschen vorgeworfen werden: 2018 soll sie bei einer Ausstellungseröffnung im Münchner Gasteig Apfelschorle vergiftet haben. Zwei damals sieben und zehn Jahre alte Kinder wurden bewusstlos, nachdem sie davon getrunken hatten.

Die Frau soll Gamma-Butyrolacton (GBL) genutzt haben, das auch "Liquid Ecstasy" genannt wird und nach Angaben der Ermittler ab einer gewissen Dosierung zu Bewusstlosigkeit, einem komaähnlichen Schlaf oder sogar zum Tod führen kann. Für den Prozess hat das Landgericht München I 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 10. Dezember fallen.

© dpa-infocom, dpa:211107-99-899510/2

 

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