Bayern Protest gegen Steinbruch-Erweiterung

Florian von Brunn, SPD-Fraktionsvorsitzender. Foto: Matthias Balk/dpa/dpa

Brannenburg (dpa/lby) - Gegen die Erweiterung des Steinbruchs am Heuberg in den Chiemgauer Alpen bei Brannenburg kommt Widerstand nicht nur von Umweltschützern, sondern auch aus dem Landtag. Der neu gewählte SPD-Fraktionsvorsitzende Florian von Brunn kritisiert eine drohende Naturzerstörung und brachte einen Antrag in den Landtag ein.

"Geplant ist, den Steinbruch am Heuberg in den Chiemgauer Alpen zu erweitern - zehn Millionen Tonnen Gestein sollen in den nächsten 50 Jahren aus dem Berg entnommen werden", warnte von Brunn am Donnerstag. "Das ist ein massiver Verstoß gegen den Alpenschutz und in den Auswirkungen mit der ehemals geplanten Naturzerstörung am Riedberger Horn vergleichbar."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) laufe in den nächsten Naturschutzskandal. Erneut sei ein streng geschütztes Gebiet in der Alpenschutzzone C in Gefahr. Laut Bayerischem Alpenplan sei es streng verboten, hier Eingriffe in die Natur vorzunehmen, sagte der SPD-Politiker weiter. "Schon der jetzige Abbau ist rechtlich höchst fragwürdig."

Von der Inntal-Autobahn aus ist der Steinbruch deutlich zu sehen - er wirkt schon jetzt wie eine klaffende Wunde im Berg. Auch der Deutsche Alpenverein (DAV), der Bund Naturschutz und der Verein zum Schutz der Bergwelt hatten sich gegen den Ausbau ausgesprochen. Der Steinbruch solle um etwa zwei Hektar erweitert werden, jedoch liege das Gebiet bereits jetzt zu zwei Dritteln in der Zone C des Alpenplans, erläuterte der DAV. "Das Gebiet ist eine absolute Schutzzone."

Auch von Brunn unterstrich, das Gebiet sei für den Naturschutz von hohem Wert und Heimat zahlreicher streng geschützter Insektenarten wie dem Alpenbock und bedrohter Vögel wie Uhu und der Felsenschwalbe. Der geplante Eingriff betreffe darüber hinaus zumindest teilweise europarechtlich geschützte Weißseggen-Buchenwälder.

© dpa-infocom, dpa:210520-99-679968/2

 

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