Bayern Notärzte fordern Politik zu strengen Corona-Maßnahmen auf

München (dpa/lby) - Bayerns Notärzte haben in einem Appell an die Landespolitik beherztere Maßnahmen im Kampf gegen die vierte Corona-Welle gefordert. In ihrem Forderungskatalog verlangen die Notfallmediziner unter anderem eine Impfpflicht für medizinisches Personal, schnellere "Booster"-Impfungen und eine Aberkennung des Geimpften-Status neun Monate nach der letzten Impfung. Ungeimpfte müssten mit Kontaktbeschränkungen belegt werden. Gleichzeitig müsse die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werden.

Dringend notwendig sei auch eine größer angelegte Aufklärungskampagne, um mit den kursierenden Fake News zu angeblichen Gefahren der zugelassenen Impfstoffe aufzuräumen. "Zumindest einen Teil der durch permanente Fake News verunsicherten Bürger können wir sicherlich auf diesem Weg noch für eine Impfung gewinnen", heißt es in dem offenen Brief, den der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) am Montag an Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU) richtete.

Die Situation in den Krankenhäusern bezeichneten sie als "dramatische Entwicklung", viele Kliniken könnten eine Versorgung von akuten Notfällen nicht mehr vollumfänglich gewährleisten. Es müsse nun dringend gehandelt werden, um eine Triage - das ist das Priorisieren und Auswählen von medizinischen Fällen etwa aufgrund des Mangels an Ressourcen - noch zu verhindern. "Gerade für die unpopulären Schritte, die nun zwingend und dringend umzusetzen sind, werden Sie unsere volle Unterstützung haben", schrieben die Ärzte. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt 3000 in Bayern tätige Notärzte.

© dpa-infocom, dpa:211115-99-05266/2

 
 
 

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