Bayern Prozess um Millionendiebstahl aus geknackten Banktresoren

Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild/dpa

Wer sein Geld in einem Bankschließfach lagert, wähnt es dort auch sicher. Einer Bande soll es trotzdem gelungen sein, in einem Tresorraum gleich drei Fächer zu räumen. Nun hat ein Prozess wegen der geklauten Millionen begonnen.

München (dpa/lby) - Sie sollen fast 4,6 Millionen Euro aus Bank-Schließfächern geklaut haben - nun müssen sich zwei Männer und eine Frau deshalb seit Dienstag vor dem Landgericht München I verantworten. Schweren Bandendiebstahl lastet die Staatsanwaltschaft den Angeklagten an, darunter eine Bankangestellte. Sie soll die Männer mit Insiderwissen versorgt haben. Zwischen Dezember 2017 und März 2018 soll die Bande in einem Geldhaus in der Münchner Innenstadt drei Fächer einer Kundin geknackt und fast 4,6 Millionen Euro erbeutet haben. Das Bargeld soll sie der Anklage zufolge in Rollkoffern aus der Bank transportiert und aufgeteilt haben.

Zu den Vorwürfen wollten sich die drei zu Prozessbeginn nicht äußern. Dafür meldete sich einer der Verteidiger zu Wort. Er verwies darauf, dass der Fall bereits Anfang 2020 in einem Prozess verhandelt worden war. Von den sieben Verdächtigen wurden damals vier Personen freigesprochen. Das Verfahren gegen die Bankangestellte und die beiden Männer dagegen wurde für Nachermittlungen abgetrennt und nun angesetzt. Die Anklage baue immer noch auf diesen sieben Beteiligten auf, kritisierte der Anwalt. In ihrem Aufbau entspreche sie deshalb gar nicht dem aktuellen Stand.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war ein 33-jähriger Angeklagter im Hintergrund für die Planung der Taten zuständig, während die Bankkauffrau wertvolle Informationen lieferte und dafür sorgte, dass die Bande ein Schließfach unmittelbar neben den Fächern der reichen Kundin bekam, die später geknackt werden sollten. So habe die 60-Jährige ihnen ungehinderten Zugang zum Tresorraum ermöglicht, erläuterte die Staatsanwältin.

Ausgeführt wurden die Taten dann nach Ansicht der Ermittler von dem dritten Angeklagten und einem bislang unbekannten weiteren Täter. Der 29-Jährige und sein Kumpane sollen an drei Tagen zwischen Dezember 2017 und März 2018 mit der Zugangskarte in den Tresorraum spaziert sein. Dort sollen sie dann insgesamt drei Schließfächer aufgehebelt und das Geld entnommen haben. Anschließend hätten sie alles mit Heißkleber und einem Klebeband wieder verschlossen.

Der Prozess vor dem Landgericht München I begann aufgrund einiger Anträge der Verteidiger mit mehreren Unterbrechungen. Am 11. November soll es mit der Anhörung von Zeugen weitergehen. Auch die geschädigte Kundin soll im Laufe der Verhandlung gehört werden.

© dpa-infocom, dpa:211025-99-731882/4

 

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