Bayern Merz und Söder verlangen Reformprozess in der Kirche

Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild/dpa

Berlin - Die Spitzen von CDU und CSU haben die katholische Kirche in Deutschland zu Reformen ermuntert und zugleich eine Abschaffung der Kirchensteuer abgelehnt. Es gebe aus seiner Sicht keine Veranlassung, diese in Frage zu stellen, sagte CDU-Chef Friedrich Merz am Donnerstag bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Berlin. Solche Überlegungen seien "sehr, sehr zurückhaltend zu bewerten", sagte der CSU-Vorsitzende Markus Söder.

Beide Parteichefs zeigten sich schockiert über die Missbrauchsfälle in der Kirche. "Natürlich blicken wir da in einen Abgrund", sagte Söder, der zugleich betonte: "Wir glauben an eine Bindekraft, an eine Integrationskraft der Kirche." Merz ergänzte: "Wir brauchen diese beiden großen Kirchen in Deutschland als Stabilitätsanker für unsere Gesellschaft." Es wäre fatal, wenn sich der Prozess der massiven Kirchenaustritte von Gläubigen nicht wieder umkehren ließe.

Merz betonte, ihn als katholischen Christen beschwere, was in der Kirche geschehe. Er habe das Interview mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx "mit großer Zustimmung" gelesen. "Ich begrüße das sehr, dass es diesen Prozess gibt." Marx hatte sich unter anderem dafür ausgesprochen, Pfarrern das Heiraten zu ermöglichen.

Beide Unionspolitiker mahnten, wegen der Verfehlungen Einzelner nicht das große Engagement unzähliger Pfarrer, Diakone und ehrenamtlicher Pfarrgemeinderäte in der Kirche zu übersehen. Dies gehe in der Berichterstattung über die Missbrauchsfälle leider unter, sagte Merz.

© dpa-infocom, dpa:220203-99-964142/2

 
 
 

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