Bayern Mariä Himmelfahrt: Hier ist der 15. August kein Feiertag

Eine blumengeschmückte Marienstatue wird auf eine Waldlichtung bei der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild zu einem Gottesdienst getragen. Die Katholiken vor allem im Süden Bayerns feiern an Mariä Himmelfahrt einen ihrer traditionsreichsten Feiertage. Foto: Stefan Puchner/dpa

Mariä Himmelfahrt - ein Feiertag in Bayern? Nicht überall. Während in ganz Niederbayern und Oberbayern in allen Gemeinden der 15. August frei ist, trifft das in Oberfranken und Mittelfranken für die meisten Kommunen nicht zu. Coronabedingt fallen die Prozessionen am Samstag entweder aus oder finden nur in kleinem Rahmen statt.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilte, ist in Bayern das Fest Mariä Himmelfahrt in 1.704 von insgesamt 2.056 Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag. 83 Prozent der Kommunen können sich also über einen zusätzlichen Feiertag freuen. Gemäß dem Feiertagsgesetz ist der Tag nur dann ein gesetzlicher Feiertag, wenn in der entsprechenden Gemeinde mehr katholische als evangelische Einwohner wohnen. 

Die Festlegung beruht auf den Ergebissen der Volkszählung von 2011, bei der standardmäßig auch die Konfession befragt wurde. Beim nächsten Zensus, der 2021 stattfinden sollte, wegen Corona aber verschoben wurde, könnten sich die Zahlen also ändern. Schließlich treten jedes Jahr Tausende Menschen aus der Kirche aus.

In Niederbayern und Oberbayern ist der 15. August überall Feiertag. Auch in der Oberpfalz überwiegt die Zahl der Katholiken. In diesem Bezirk herrscht in 96 Prozent der Gemeinden Feiertagsstimmung.

In Schwaben (95 Prozent) sowie in Unterfranken (87 Prozent) ist der 15. August für die meisten Bürgerinnen und Bürger ebenfalls frei. In den meisten Gemeinden der evangelisch geprägten Regierungsbezirke Oberfranken beziehungsweise Mittelfranken ist der Tag im August dagegen kein Feiertag, dort sind nur 46 Prozent beziehungsweise 18 Prozent der Gemeinden mehrheitlich katholisch.

In diesen Großstädten haben die Geschäfte geöffnet

Während in den bayerischen Großstädten München, Regensburg, Augsburg, Würzburg und Ingolstadt Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag ist, sind in den mittelfränkischen Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen die Geschäfte geöffnet beziehungsweise wird gearbeitet. In diesem Jahr dürfte das zahlreichen Arbeitnehmern allerdings nicht so sehr auffallen, fällt der Feiertag doch auf einen Samstag. 

Was ist eigentlich "Mariä Himmelfahrt"?

Beim Marienfest geht es um die Aufnahme Marias in den Himmel. Katholiken begehen den Feiertag traditionell mit Gottesdiensten, Kräuterweihen und Prozessionen. Zu Sträußen gebundene Heilpflanzen, Kräuter und Getreideähren werden gesegnet.

Der Brauch geht laut Erzbistum München und Freising auf eine Erzählung des Mönches Johannes von Damaskus zurück, nach der das Grab Marias "wundersamer Kräuterduft" erfüllte. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher Marias "gleich Balsam und der Blume der Lilien" dufteten.

Harte Zeit für Pilger 

In Zeiten von Corona wird das christliche Fest anders gefeiert. Im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild (Kreis Günzburg) nehmen im Normalfall alljährlich Tausende an einer Lichterprozession teil. Bis 31. August dürfen allerdings in Bayern keine Großveranstaltungen stattfinden. Erlaubt sind hingegen kleine Feiern. Der Passauer Bischof Stefan Oster wird am Samstag um 19 Uhr zunächst ein Pontifikalamt mit Predigt an der Mariengrotte zelebrieren. Anschließend findet die Lichterprozession statt. Bis zu 500 Gläubige dürfen daran teilnehmen, wie es auf der Webseite des Wallfahrtortes heißt. Durch Bodenmarkierungen werden die Abstände geregelt. Während der Prozession müssen die Menschen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der Einsatz von Polizei, Feuerwehr und ehrenamtlichen Helfern sowie die großräumig angelegten Parkplätze sollen zusätzlich für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Auch in Altötting ist heuer am 15. August alles anders. Bedingt durch die Pandemie kann das Patrozinium nur im kleinen Rahmen stattfinden. Für den Vorabendgottesdienst des Pfarrverbandes am 14. August und den Festgottesdienst mit Bischof Oster am Samstag um 10 Uhr in der Basilika St. Anna gelten Zugangsbeschränkungen. Die Feierlichkeiten werden aber aus der Basilika über den katholischen Fernsehsender k-TV live übertragen. Hier geht es zum Livestream

Eine weitere bekannte Prozession findet am Bodensee statt. Pilger stechen dort üblicherweise zur Fatima-Schiffsprozession von Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus in See, um sich auf der Dreiländergrenze zu treffen. Heuer fällt die Prozession aus.

Viele Kirchen - allein im Erzbistum München und Freising rund hundert - feiern an diesem Tag auch ihr Patrozinium, die Schutzherrschaft eines Patrons oder einer Patronin. Das ist an Mariä Himmelfahrt die Gottesmutter. Erzbischof Kardinal Reinhard Marx feiert am Samstag um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg bei München. Wer daran teilnehmen will, muss sich in Pandemie-Zeiten vorher telefonisch anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

An Mariä Himmelfahrt wäre normalerweise kein Tanzverbot. Auch Sportveranstaltungen dürfen im Normalfall stattfinden.

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