Bayern Leuchtende Weihnachtshäuser als Lichtblick in Corona-Krise

Ausgesägte Krippenfiguren, mit Lichtern umrahmt, leuchten im Garten eines sogenannten Weihnachtshauses. Knapp 30000 LED-Lichter wurden vom Besitzer des Hauses verbaut. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im Advent verwandelt sich Josef Gloggers Garten in Balzhausen (Landkreis Günzburg) in eine Krippe mit knapp 30.000 Lichtern: Maria und Josef teilen sich einen Stall mit Ochs und Esel, darüber leuchtet der Weihnachtsstern. Engel jubilieren und spielen Posaune. Ein Hirte macht sich mit seinen Schäfchen auf den Weg zur Krippe und von der Ferne nähern sich schon die Heiligen Drei Könige.

"Die beleuchtete Krippe hab ich selbst gebaut", erzählt Josef Glogger. "Ich habe vor Jahren mit einem kleinen Tannenbaum begonnen, dann habe ich den Stall gebaut, Ochs und Esel, den Weihnachtsstern...Das wurde immer mehr." Mit dem Aufbau fange er inzwischen schon im Oktober an.

Dieses Jahr habe er allein zwei Wochen an der Heiligen Familie gebastelt. "Die Figuren säge ich aus einer Holzplatte aus. Und in die Konturen bohre ich Löcher für die LED-Lichter", erklärt der 66-Jährige. Die Heilige Familie funkle nun mit knapp 2.000 Lichtern. "Alles in warmem Weiß, kein Bling-Bling. Buntes Licht würde nicht zu der Krippe passen." Dafür bemale er die Figuren in verschiedenen Farben.

Bis zu 4.000 Besucher bestaunen bis zum 6. Januar normalerweise die Krippe und spenden für ein Kinderhospiz. Nach der Absage der Christkindlmärkte könnten es dieses Jahr noch mehr werden, vermutet Glogger. Sicherheitshalber habe er Masken gekauft, Desinfektionsspender aufgestellt und Plakate mit Hygieneregeln ausgehängt.

Nicht jeder dekoriert dieses Jahr

Manche Familien verzichten wegen der Corona-Krise ganz auf das Dekorieren. Das Weihnachtshaus in Olching (Landkreis Fürstenfeldbruck) mit Puppenspiel, Lichteffekten und Musik werde nicht erstrahlen, heißt es auf der Internetseite des Betreibers. Dieses Jahr "müssen wir leider dunkel und geschlossen bleiben", erklärten auch die Organisatoren des Weihnachtshauses Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) auf Facebook.

"Uns haben schon etliche gefragt, ob wir dieses Jahr wieder schmücken", berichtete Andrea Müller aus Baunach (Landkreis Bamberg). Nur jeweils zwei oder drei Familien mit Mund-Nasen-Schutz wolle sie in den Garten lassen, in dem bis zum 6. Januar unzählige Rentiere, Schnee- und Weihnachtsmänner leuchten.

Im Garten von Peter Huber aus Ottenhofen (Landkreis Erding) wird es heuer weder Glühwein noch Live-Musik geben - auch wenn damit wohl Spenden für eine Kinderklinik wegfallen. "Das ist total bedauerlich", sagte der 72-Jährige. Auf seinen "Christmas Hill" mit Tausenden Lichtern, Sternen, Zuckerstangen und Rentierschlitten aus Amerika ganz zu verzichten, habe er aber nicht übers Herz gebracht. "Wir wollen den Leuten zumindest eine kleine Freude machen in dieser dunklen Zeit."

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