Bayern Lenggries: Zu Luft, Land und Wasser

Ein Tandemflieger startet am Brauneck. Foto: Florian Wende
Ein Tandemflieger startet am Brauneck. Foto: Florian Wende

Es sind nur vier Schritte, dann geht der Tritt ins Leere. Die Gurte ziehen an den Oberschenkeln und man guckt verdutzt nach unten. Die eigenen Beine schweben in der Luft. Wir steuern auf die ersten Baumkronen zu, als die Stimme des Fluglehrers erklingt: "Schieb' dich nach hinten und setz' dich in den Gurt."

Wir befinden uns in der Luft. Einige Meter oberhalb des Berges Brauneck bei der Gemeinde Lenggries in Oberbayern. Der Fluglehrer heißt Axel Gudelius und zieht gerade leicht am linken Seil des Schirmes. "Alles gut bei dir?", kommt die Frage von hinten. Alles bestens, es ist sogar richtig bequem in so einem Gleitschirm.

Wichtig fürs Gleitschirmfliegen: die Thermik. Und die sucht Axel Gudelius gerade, um mit dem Schirm weiter aufzusteigen. Thermik ist eine Form des Aufwindes, die dadurch entsteht, dass Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche erwärmt. Das hat zur Folge, dass sich auch die Luft in Bodennähe erwärmt und so einen Gleitschirm nach oben steigen lässt. Die Sonne strahlt durch die Wolken. Schon mal eine gute Voraussetzung fürs Fliegen.

Axel Gudelius ist Weltcup geflogen im Kunst-Paragliden. Er wurde sogar mal Zweiter. Jetzt ist er staatlich geprüfter Tandempilot und fliegt mit seinen Gästen vom Brauneck.

Bäume ziehen ganz klein unter den Füßen vorbei. "Etwa 600 Meter hoch sind wir jetzt", erzählt der Flugpilot. Mit rund 35 Stundenkilometer schweben wir langsam das Brauneck hinunter. An guten Tagen sieht man von hier aus die Allianz Arena in München. So einer ist heute nicht. Dafür ist die Sicht auf Lenggries und die Isar auch nicht schlecht. Nach gut 15 Minuten geht es in den Landeanflug. Wie funktioniert der überhaupt? "Auf mein Kommando rutschst du leicht nach vorne und dann landen wir auch schon", kommt die Antwort vom Fluglehrer. Alles klar. Der Boden kommt näher und weich wie auf einem Gummiboden setzen wir auf. Leicht wackelige Beine haben viele danach trotzdem.

Per GPS auf Blumen- und Kräutersuche

Lenggries hat viel zu bieten - vor allem Vielseitiges. Es liegt an der Isar, hat daneben den Berg Brauneck und ist nur eine gute Stunde Autofahrt von München entfernt.

Vom Brauneck aus kann man mehrere Wanderungen machen. Eine empfehlenswerte Tour ist der Große Höhenweg. Er dauert gute drei Stunden und führt rund sechs Kilometer über drei Gipfel. Start und Ziel ist die Bergstation der Brauneckbahn. Immer wieder bekommt man auf dem Weg schöne Ausblicke über das Flachland in Richtung München, aber auch ins Hochgebirge. Bei klarer Sicht zeigt sich die Zugspitze.

Auf dem Weg zurück zur Bergstation der Brauneckbahn taucht man ein in die Blumen- und Kräuterwelt. Und hier hat Lenggries ein besonderes Angebot: Wer möchte, kann sich GPS-Geräte ausleihen und mithilfe einer Broschüre Blumen und Kräuter suchen. In dieser Broschüre finden sich die GPS-Daten der Gewächse. Diese in das Gerät eingeben und den Angaben folgen. Allerdings gibt es keine Garantie auf einen Fund. Eine Kuh könnte schon schneller gewesen sein als der suchende Wanderer.

Vom Berg zum Fluss: Lenggries und Wasser - das hat Tradition. Über viele Jahre wurden auf der Isar von Lenggries aus Waren mit Flößen in Richtung München und viel weiter transportiert. Bis ins zwölfte Jahrhundert kann die Tradition zurückverfolgt werden. Der vielleicht berühmteste Transport: 147 schwer beladene Bauholzflöße mit Rundholz für den Bau des Dachstuhls der Münchner Frauenkirche. Übrigens: Eine Reise auf dem Floß nach München dauerte einen Tag, nach Wien ging es in etwa fünf Tagen.

Mit "Sit On Top Kajaks" die Isar hinab

Heute kann man mit Kajaks auf der Isar fahren. Für Anfänger eignen sich "Sit On Top Kajaks". Bei diesen sitzt man - wie der Name schon sagt - oben auf dem Kajak. Falls man doch mal umkippen sollte, kommt man leichter vom Kajak weg und muss nicht die berühmt-berüchtigte Eskimorolle machen, wie bei einem normalen Kajak.

Die Isar führt aufgrund von Aufstauen und Wegleiten heute viel weniger Wasser als noch vor einigen Jahrhunderten. Daher verläuft eine Fahrt auf der Isar recht ruhig und bietet einen guten Eindruck von Lenggries vom Wasser aus.

Weitere Informationen:

Anreise: Lenggries ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Mit dem Auto geht es über München auf die A 99. Dann folgt man der A 8 bis Holzkirchen. Dort die Bundesstraße B 13 nach Lenggries nehmen. Mit dem Zug geht es über München und von dort mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries.

Unterkunft: Bayerisch-rustikal übernachtet man im Altwirt, direkt im Zentrum von Lenggries gelegen. Ebenfalls zu empfehlen: das Arabella Brauneck Hotel. Mehr Infos unter: www.altwirt-lenggries.de und www.arabella-brauneckhotel.de

Neuer Campingplatz: Seit 1. September hat der neue Lenggrieser Berg-Campingplatz geöffnet. Dieser liegt nahe der Brauneck-Bergbahn und bietet eine wunderbare Aussicht auf den Berg. Stellplätze für Wohnmobile, Zeltplätze, Hütten, Ferienzimmer und ein Restaurant warten auf die Gäste. Weitere Infos gibt es unter: www.lenggrieser-bergcamping.de

Gleitschirmfliegen: Direkt an der Talstation der Brauneck-Bergbahn ist die Flugschule Adventure Sports vor Ort. Sie bietet sowohl verschiedene Tandem-Gleitschirmflüge an als auch die Ausbildung zum Gleitschirmpiloten. Alle Infos dazu unter: www.adventure-sports.de

Kajakfahren und mehr: "Ferien und Freizeit Isarwinkel" bietet viele Outdoor-Aktivitäten an. Unter anderem: Rafting, Kajakfahren und Scooterfahren. Sie sind zudem ausgelegt für Klassen- und Jugendfahrten. Unter www.ffionline.de gibt es weitere Infos. Ebenfalls zu empfehlen: Mojo-Events (www.mojo-events.de) und Montevia (www.montevia.de)

Weitere Informationen: Alles Weitere zu Lenggries und der Umgebung gibt es im Internet unter www.lenggries.de

Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde unterstützt von Tourismus Lenggries.

 

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