Bayern Landesärztekammer: Mangel an Hilfen zwingt Ärzte zur Aufgabe

Ein Stethoskop liegt in der Praxis eines Hausarztes. Foto: Stephan Jansen/dpa/Illustration/dpa

Lange Zeit war Medizinische Fachangestellte vor allem für junge Frauen ein Traumberuf. Doch inzwischen reicht der Nachwuchs nicht mehr aus, um alle Stellen zu besetzen. Die Ärztekammer sieht das mit Sorge.

München (dpa/lby) - Inhaber von Arztpraxen haben immer größere Probleme, Medizinische Fachangestellte (MFA) zu finden. In Bayern ist die Lage nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) besonders schwierig. Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er höre immer öfter von Praxisinhabern, die deshalb aufgeben. Das sei in früheren Jahren undenkbar gewesen.

Im vergangenen Jahr kamen nach Daten der Bundesagentur für Arbeit bundesweit auf 100 offiziell gemeldete Stellen für Medizinische Fachangestellte 102 Arbeitslose in diesem Berufsfeld. Im Jahr 2012 hatte die Zahl der Arbeitslosen je 100 offene Stellen noch um das Dreieinhalbfache höher gelegen, bei 354. In Bayern kamen zuletzt nur 69 arbeitslos gemeldete MFAs auf 100 unbesetzte Arbeitsplätze.

Weil Arbeitgeber offene Stellen nicht melden müssen, sei der tatsächliche Mangel noch weit größer, erklärte eine BA-Sprecherin. Schätzungsweise nur ein Drittel der offenen Stellen sei bei der Bundesagentur bekannt. Wenn es ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geben soll, müssten daher eigentlich 300 Arbeitslose auf 100 offene Stellen kommen, sagte die Sprecherin.

Im Kampf gegen den Personalmangel will die Bayerische Landesärztekammer stärker für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten werben. Vielen junge Leuten sei nicht bekannt, dass es über den eigentlichen MFA-Beruf hinaus umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gebe, sagte Quitterer. Auch die Bezahlung müsse attraktiver werden.

© dpa-infocom, dpa:220124-99-824748/2

 
 
 

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