München (dpa/lby) - Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) fordert mehr Vergünstigungen für Patienten, die sich in Hausarztprogramme einschreiben. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Weg gebracht hat, biete neue Möglichkeiten, sagte der BHÄV-Vorsitzende Markus Beier am Mittwoch in München. "Das muss jetzt aber auch konkret umgesetzt werden, etwa indem Patienten die Rezeptgebühr erlassen wird, wenn sie sich in ein Hausarztprogramm einschreiben", sagte Beier im Vorfeld des Bayerischen Hausärztetages (16. bis 18. Mai in Regensburg).

In einem solchen Programmen verpflichten sich Patienten, stets zuerst einen bestimmten Hausarzt aufzusuchen. Die Ärzte bekommen dann ein höheres Honorar. Die Patienten sollen eine besonders gründliche Versorgung erhalten, finanzielle Anreize gibt es aber kaum. Derzeit seien in Bayern rund 1,2 Millionen Patienten in Hausarztprogramme eingeschrieben, sagte Beier. Die Zahl stagniere allerdings.

Die Vizechefin des Hausärzteverbandes, Petra Reis-Berkowicz, warnte vor einem immer größeren Personalmangel in den Praxen. "Wo es auf eine ausgeschriebene Helferinnen-Stelle früher 15 Bewerbungen gab, kommt jetzt eine oder gar keine", berichtete sie. Es gebe inzwischen Praxen, die ihre Sprechzeiten einschränken, weil sie nicht genug Personal finden. Abhilfe könnte eine weitere Aufwertung der verschiedenen Assistenzberufe in den Praxen schaffen, sagte Reis-Berkowicz. Auf diese Weise könnten sich Fachkräfte weiterqualifizieren und dadurch neue Berufsperspektiven bekommen.