Bayern "Haus der Kunst"-Chef: Sanierung kann warten

Der Schriftzug "Kunst" prangt an der Fassade am Haus der Kunst. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild/dpa

München - Die Sanierung des "Hauses der Kunst" in München kann aus Sicht seines künstlerischen Leiters, Andrea Lissoni, ruhig noch etwas warten. "Schulen, Krankenhäuser oder Altersheime gehen jetzt vor", sagte Lissoni, der seit Amt vor rund einem Jahr angetreten hat, der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe). "Ein solches Projekt beansprucht viel Zeit und große Summen. Die sollten wir momentan in die Gesellschaft lenken. Das wäre ohne die Krise vielleicht anders."

Die Sanierungspläne des renommierten britischen Architekten David Chipperfield nannte Lissoni in dem Interview der Zeitung "einen sehr interessanten Vorschlag": "Wenn man sich hier etwas länger aufhält, will man das Haus einfach zum Park hin öffnen. Das drängt sich auf. Chipperfields Pläne sind für mich sehr inspirierend, und ich hoffe, dass wir sie hier irgendwann angehen können. Aber momentan ist das kein Thema."

Das "Haus der Kunst" am Rande des Englischen Gartens in München hat keine eigene Sammlung, gilt aber als eines der renommiertesten Ausstellungshäuser weltweit. Von Adolf Hitler selbst einst als "Haus der Deutschen Kunst" eröffnet trägt es eine geschichtliche Bürde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde es durch die "Große Deutsche Kunstausstellung" zum Sinnbild für die Gleichschaltung der Künste.

© dpa-infocom, dpa:210507-99-503655/2

 

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