Bayern Gürpinar und Bulling-Schröter sollen Linke in Wahl führen

Ates Gürpinar (l., beide Linke) und Eva Bulling-Schröter. Foto: Lino Mirgeler Foto: dpa

München (dpa/lby) - Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter und Landeschef Ates Gürpinar sollen die Linke in die Landtagswahl 2018 führen. Am Samstag (24. März) sollen die beiden in München bei einer Wahlkreisversammlung als Spitzenkandidaten nominiert werden. "Die Linke streitet dafür, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich wieder schließt", sagte Gürpinar der Deutschen Presse-Agentur in München. Obwohl die Linke wie 2013 auch derzeit in Umfragen mit Werten um die 3 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen dürfte, rechnet Gürpinar fest mit einem erfolgreichen Abschneiden am 14. Oktober. "Im aktuellen Bayerntrend lässt sich ein zunehmendes Interesse an linken Themen feststellen."

Darüber hinaus hoffe die Partei auf Stimmzuwächse, nachdem sich die SPD im Bund trotz anfänglicher Ablehnung doch wieder für eine große Koalition mit der Union ausgesprochen hat. "Die Verhandlungen im Bund sind eine Blaupause für Bayern", betont Gürpinar. Nachdem die Grünen die CSU offensiv für eine Koalition umwerben und auch die SPD ein Bündnis mit der CSU nicht ausschließe, habe der Rechtsruck alle im Landtag befindlichen Parteien erreicht.

Mit ihrer Doppelspitze zieht die Partei laut Bulling-Schröter (62) und Gürpinar (33) "eine logische Konsequenz" des vergangenen Jahres. Bei der Bundestagswahl hätten insbesondere junge Menschen die Linke gewählt, zwei Drittel der Neueintritte in den Landesverband seien unter 35 Jahre alt. Gürpinar ist seit 2016 Landeschef. Bulling-Schröter bringe zudem viel parlamentarische Erfahrung ein, heißt es in der Partei. Von 1994 bis 2002 und von 2005 bis 2017 war die frühere Chefin des Landesverbandes Mitglied des Bundestages.

Thematisch sieht das designierte Spitzenduo viele Ansätze für den Wahlkampf: "Auch in Bayern sehen die Menschen die soziale Ungerechtigkeit, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander", betonten sie. Daher trete die Linke für konsequenten sozialen Wohnungsbau und eine Pflegeoffensive ein. "In der kommenden Legislatur bedarf es 15 000 zusätzlicher Pflegekräfte in Bayern." Bildungschancen dürften zudem nicht vom Einkommen der Eltern abhängen, der ÖPNV müsse langfristig gesehen bayernweit kostenlos werden und die Bürgerrechte verbessert werden.

Bei der Bundestagswahl erlangte die Linke in Bayern mit 6,1 Prozent der Stimmen ein deutlich besseres Ergebnis als bei den bisherigen Landtagswahlen. Der Landesverband hat derzeit rund 3200 Mitglieder, im vergangenen Jahr verzeichnete der Verband einen Zuwachs von 26 Prozent. Das Wahlprogramm soll am 28. April beschlossen werden.

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