Bayern Füracker verleiht neun Mal den "Dialektpreis Bayern"

Heimatminister Albert Füracker (CSU). Foto: Matthias Balk/Archiv Foto: dpa

München (dpa/lby) - Heimatminister Albert Füracker (CSU) hat neun Preisträger mit dem "Dialektpreis Bayern" ausgezeichnet. "Der Dialekt ist mit der Heimat eng verwoben und ist gelebte Kultur. Er schafft das Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit und zählt zum kulturellen Erbe Bayerns", sagte Füracker am Dienstagabend in München. Die Gewürdigten trügen durch ihr Schaffen und ihre Projekte dazu bei, dass Dialekte in Bayern gepflegt und erforscht würden.

Für jeden Regierungsbezirk ist jeweils einer der mit 1000 Euro dotierten Preise vorgesehen. Für Schwaben werden wegen der beiden Sprachregionen Allgäu und Nord-/Mittelschwaben zwei Auszeichnungen vergeben. Außerdem gibt es einen Preis für die sudetendeutsche Mundartpflege.

Für Oberbayern erhielt den Preis Professor Anthony Rowley. Der Sprachwissenschaftler mit britischen Wurzeln erforsche als Redaktionsleiter des Bayerischen Wörterbuchs seit 1988 im Auftrag die bairischen Dialekte. Vielen sei er durch den Beitrag "Host mi?" in der Fernsehsendung "Wir in Bayern" bekannt.

In Niederbayern wurde das Cimbern-Kuratorium-Bayern prämiert. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, Sprache und Kultur der Zimbern zu pflegen. Die zimbrische Sprache, die als ältester bairischer Dialekt gilt, wurde den Angaben zufolge durch Siedler aus Oberbayern zwischen 1050 und 1350 nach Oberitalien gebracht und ist dort in einzelnen Sprachinseln nach wie vor lebendig.

Für den Bezirk Oberpfalz zeichnete Füracker das Projektseminar des Stiftland-Gymnasiums Tirschenreuth mit dem Titel "Dirscharad - dou samma daham" aus. Dabei brachten die Gymnasiasten Grundschülern mit Witzen, Gedichten und Spielen den Dialekt näher und erstellten daraus eine Broschüre.

Aus Oberfranken erhielt der Musiker David Saam den Preis. Saam öffne fränkische Volksmusik für Einflüsse aus aller Welt und zeige, wie völkerverbindend Musik sein könne, hieß es. Im vergangenen Jahr brachte Saam fränkische Mundart-Kinderlieder heraus und ist unter anderem bei der Band "Boxgalopp" Akkordeonist.

Ebenso ausgezeichnet wurde der mittelfränkische Liedermacher, Schriftsteller und Mundartdichter Günter Stössel. Zuletzt übersetzte Stössel unter anderem Texte von Wilhelm Busch und zwei Bände der Asterix-Mundartreihe in den fränkischen Dialekt.

In Unterfranken erhielt die Theatermacherin Veronika Klose die Auszeichnung. Sie ist seit 30 Jahren Mitglied im Kuratorium der Arbeitsgemeinschaft Mundart-Theater Franken. Als Schulrätin habe sich Klose zudem dafür eingesetzt, dass Dialekt auch Platz in den Schulen finde, lobte Füracker.

Für seine Arbeit am Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben wurde der Sprachwissenschaftler Manfred Renn geehrt. Für Nord-/Mittelschwaben erhielt der Leiter des Pfaffenhofener Theaters, Nikolaus Maucher, die Auszeichnung. Den Preis für die Pflege der sudetendeutschen Mundart erhielten die Musiker und Kabarettisten der Band "Mauke" - Wolfgang Klemm, Michael Siegmund, Herbert Stumpe, Sven Siegmund, Björn Siegmund und Dieter Schaurich. Die Gruppe ist im Kaufbeurer Ortsteil Neugablonz beheimatet, einem von fünf bayerischen Vertriebenenstädten, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden.

 

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