Bayern Museen öffnen: Porträts, Engel und ein historischer Modefan

München (dpa/lby) - Endlich wieder Kunst! Nach den ersten Öffnungen von Museen in der vergangenen Woche ziehen weitere Häuser nach. So empfangen die Pinakotheken in München ab Dienstag wieder Besucher. Wie groß die Sehnsucht der Menschen nach Kunst und Kultur ist, war im Münchner Lenbachhaus zu beobachten. Seit der Wiedereröffnung vor einer Woche sei das Museum gut besucht gewesen und am Sonntag sogar ausverkauft, sagte Pressesprecherin Claudia Weber am Montag in München. "Die Leute sind hungrig nach Ausstellungen."

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen boten bereits vorab Tickets an, etwa für die Pinakotheken. Das sei gut angelaufen, sagte Generaldirektor Bernhard Maaz. Auch in fast allen anderen Museen in Bayern müssen Besucher ihre Tickets vorab im Internet buchen.

Das Kulturvergnügen könnte wegen steigender Infektionszahlen aber nur kurz währen. Sind die Werte einer Stadt oder eines Landkreises zu hoch, machen die Häuser wieder dicht. Und das, obwohl sie gerade erst viel Aufwand betrieben haben, um wieder öffnen zu können. "Die Politik hat uns glücklicherweise unterstützt, obgleich in der Tat die Prozedur und die Regularien kompliziert sind", sagte Maaz. Auch mit einer erneuten Schließung werde man umzugehen wissen. "Natürlich hoffen wir, dass die Umsicht der Bevölkerung dazu beiträgt, dass die Inzidenzzahlen unter 100 bleiben."

Die PINAKOTHEK DER MODERNE lockt ab Dienstag mit "Resistant Faces" über künstlerische Porträt-Fotografie im digitalen Zeitalter. Das MUSEUM BRANDHORST hat die Schau "Lucy McKenzie - Prime Suspect" verlängert. Die Künstlerin spielt oft mit illusionistischen Effekten. Die ALTE PINAKOTHEK zeigt neben ihrer Sammlung ausgewählte Werke der Neuen Pinakothek, die wegen der Sanierung geschlossen ist.

Das Münchner LENBACHHAUS ist seit vergangener Woche mit "Unter freiem Himmel" am Start mit Malereien und Fotos von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, die auf Reisen entstanden. Das HAUS DER KUNST präsentiert Installationen von "Phyllida Barlow".

Um eine Art Modeblogger aus der Renaissance geht es in "Dressed for success - Matthäus Schwarz" in Augsburg. Laut MAXIMILIANMUSEUM hatte Schwarz im Jahr 1520 ein Tagebuch begonnen und sich darin 40 Jahre lang in kostbarer, oft extravaganter Kleidung porträtieren lassen. "Um angemessene Kleidung wird gebeten" heißt es ab Dienstag im SCHAEZLERPALAIS in Augsburg - mit Mode von 1770 bis heute.

Und das MUSEUM FÜR FRANKEN in Würzburg widmet sich dem Thema "Engel?!", gemalt, aus Plastik und Holz oder geschmückt.

© dpa-infocom, dpa:210315-99-828436/3

 

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