Bayern Forschungspreise für wegweisende Fraunhofer-Arbeiten

München/Erlangen - Ein neues Verfahren zur Impfstoffherstellung, Energiespeicher für den Massenmarkt, eine bessere Datenübertragung fürs Internet und sehr dünne Mikrochips - diese Forschungsarbeiten zeichnet die Fraunhofer-Gesellschaft in diesem Jahr mit Preisen aus. Die jeweils mit 50 000 Euro dotierten Forschungspreise gehen an vier Projekte, an denen die Fraunhofer-Institute in Leipzig, Dresden, Stuttgart, Erlangen, Oberhausen und Itzehoe beteiligt sind.

Die Forscherinnen und Forscher sollten die Preise bei der Jahrestagung der Münchner Fraunhofer-Gesellschaft mit rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am frühen Abend überreicht bekommen. Wegen der Corona-Pandemie wird die Preisvergabe allerdings digital ausgerichtet.

Der alle zwei Jahre verliehene Preis "Technik für den Menschen und seine Umwelt" bekommt ein Forscherteam aus Leipzig, Dresden und Stuttgart für ein neues Verfahren zur Herstellung von Totimpfstoffen. Normalerweise werden die Krankheitserreger dafür mit Chemikalien abgetötet. Das Team um Sebastian Ulbert hat nun eine Möglichkeit gefunden, diese mit Elektronenstrahlen zu inaktivieren.

Dadurch blieben die Strukturen der Viren erhalten und die Impfstoffe besäßen ein größeres Potenzial als die, die nach dem herkömmlichen Verfahren hergestellt worden seien, sagte Ulbert. Die ersten Produktionsanlagen sollen bereits im kommenden Jahr stehen. In drei bis vier Jahren könne dann voraussichtlich die Produktion der Impfstoffe beginnen. Auch an einer Adaption des Verfahrens auf die Corona-Vakzine arbeite man.

Über den jährlich verliehenen Joseph-von-Fraunhofer-Preis konnten sich jeweils drei Forscherteams freuen: Das Erlanger Institut entwickelte ein System mit tausenden Sensorknoten, mit dem sich riesige Datenmengen verlustfrei übertragen lassen. Mit einem nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft bisher konkurrenzlosen Verfahren, um extra dünne Mikrochips zu fertigen, konnte das Team aus Itzehoe punkten.

Einen verbesserten Energiespeicher für den Massenmarkt konnten Thorsten Seipp und seine Kollegen vom Fraunhofer-Institut in Oberhausen nun für die Serienfertigung herstellen. Dieser ist leichter, kleiner und günstiger als die herkömmlichen Speicher dieser Art. Aktuell nutzten diese vor allem Industrieunternehmen, sagte Seipp. Es gebe aber auch Pläne, diese in Wohnhäusern einzusetzen oder um das Energienetz zu stabilisieren.

© dpa-infocom, dpa:210505-99-476670/3

 

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