Bayern Ermittlungen zu geschlossenem Heim in Schliersee dauern an

Ein Einsatzwagen der Polizei steht vor einer Dienststelle. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild/dpa

Schliersee (dpa/lby) - Die Ermittlungen zu der wegen gravierender Pflegemissstände geschlossenen Seniorenresidenz im oberbayerischen Schliersee werden wohl noch eine ganze Weile dauern. "Die sind umfangreich und schwierig, deshalb ist der Zeitpunkt des Abschlusses der Ermittlungen nicht absehbar", sagte ein Sprecher der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen am Donnerstag.

Die Nürnberger Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug. Das klingt erstmal bürokratisch, doch hinter Abrechnungsbetrug kann beispielsweise auch stecken, dass Leistungen abgerechnet wurden, für die gar nicht genügend Pflegekräfte angestellt waren. "Dann hängt das mit einer etwaigen Unterversorgung zusammen", erläuterte der Sprecher.

Auch die Staatsanwaltschaft München II ermittelt seit langem wegen des Verdachts auf Körperverletzung von 88 Bewohnern und führt 17 Todesermittlungsverfahren. Es habe in dem Heim in Schliersee verwahrloste und unterernährte Menschen gegeben, hieß es dazu. Auch diese Ermittlungen dauerten noch an, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Das Heim war vergangenen Herbst aufgrund dauerhafter Pflegemängel geschlossen worden. Der gleiche Träger sieht sich aktuell nach einer Recherche des Bayerischen Rundfunks mit ähnlichen Vorwürfen in einem Augsburger Heim konfrontiert.

© dpa-infocom, dpa:220210-99-65974/2

 
 
 

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