München (dpa/lby) - Der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä ist schockiert über die Ermittlungen gegen mehrere Polizeibeamte wegen möglicherweise strafrechtlich relevanter Inhalte in einer Chat-Gruppe. "Ich bin tatsächlich und wirklich erschüttert über das Verhalten von manchen Kolleginnen und Kollegen", sagte Andrä am Freitagabend. Er kündigte an, mit aller Konsequenz gegen die Verhaltensweise der Beamten vorzugehen. "Dieses Verhalten kann ich und werde ich nicht akzeptieren, denn es schädigt das Ansehen der Münchner Polizei."

Am Nachmittag war bekannt geworden, dass die Münchner Staatsanwaltschaft gegen mehrere Polizeibeamte ermittelt. Unter anderem geht es um zwei Videos, die antisemitisch sein könnten. Entdeckt wurde dies auf dem privaten Handy eines Polizisten. Auch intern werde deswegen gegen die Männer ermittelt, teilte die Münchner Polizei mit. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Chatgruppe mit mehreren Dutzend Beamten.

Andrä sagte, als zuständiger Polizeipräsident habe er mit den Suspendierungen und Versetzungen schon zu einem frühen Stadium ein deutliches Zeichen setzen wollen, dass er ein solches Verhalten auch im privaten Bereich nicht dulde. Er sei enttäuscht, weil er von entsprechend geschulten Polizeibeamten ein anderes Verwalten erwarte. "Ich hätte mir gewünscht, dass auch ein Kollege einmal in den Chatverlauf hineingeschrieben hätte: "Lasst das, löscht das und nie wieder."" Das, was Polizisten auch privat in sozialen Netzwerken oder Chats veröffentlichten, müsse immer mit den Werten der Polizei kompatibel und vereinbar sein, sagte Andrä.