Bayern Drogentod von Jugendlichen: Angeklagter schweigt vor Gericht

Im Strafjustizzentrum steht ein Polizist zu Prozessbeginn hinter einem Mann auf der Anklagebank. Foto: Stefan Puchner/dpa/Aktuell Foto: dpa

Augsburg (dpa/lby) - Nach dem Drogentod von zwei Jugendlichen will sich der mutmaßliche Dealer vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern. Wie der Verteidiger des 34-Jährigen zu Beginn des Prozesses vor dem Augsburger Landgericht am Mittwoch sagte, werde sein Mandant nichts zu der Anklage sagen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem deutschen Staatsangehörigen vor, dass er mehrfach Drogen auch an einen minderjährigen Arbeitskollegen verkauft habe. Der 16 Jahre alte Auszubildende aus Nordendorf (Landkreis Augsburg) hatte zusammen mit einem 15 Jahre alten Freund synthetische Drogen genommen, als beide im Elternhaus des Älteren übernachteten.

"In Folge des übermäßigen Konsums verstarben die beiden Jugendlichen", erklärte der Staatsanwalt in dem Prozess. Die Eltern des 16-Jährigen fanden die beiden toten Jungen am nächsten Morgen. Wenige Tage später nahm die Kripo den nun angeklagten Mann wegen Verdacht des Drogenhandels fest. Seit Mitte Juni 2020 sitzt er in Untersuchungshaft.

Der mutmaßliche Dealer wusste nach Ansicht der Ermittler ganz genau, dass der 16-Jährige noch nicht volljährig war. Beide hätten sich auch privat gekannt. Schon lange vor dem Tod des Jugendlichen soll der Mann dem damals noch 15 Jahre alten Kunden Drogen verkauft haben. Auch am Tag seines Todes soll der Junge dann bei dem Erwachsenen Rauschgift geholt haben.

In der Anklage geht es um Drogengeschäfte vom Frühjahr 2019 bis zur Festnahme des Beschuldigten im vergangenen Juni. Der Mann soll mit Marihuana, Kokain und Amphetamin in unterschiedlicher Form gehandelt haben. "Die Betäubungsmittel, insbesondere das an den 16-Jährigen veräußerte Amphetamin, sollen zum Teil einen sehr hohen Wirkstoffgehalt gehabt haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Vor Gericht machte der 34-Jährige nur Angaben zu seinem Werdegang. Demnach ist der aus dem Schwarzwald stammende Mann selbst bereits in seiner Jugendzeit erstmals mit Drogen in Kontakt gekommen. Wegen Körperverletzungs-Delikten ist er mehrfach vorbestraft.

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte Ende der kommenden Woche verkündet werden. Dem Mann droht eine Gefängnisstrafe zwischen einem und 15 Jahren.

© dpa-infocom, dpa:210302-99-659231/4

 

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