Bayern Dobrindt distanziert sich von Regenbogenfarben-Entscheid

Alexander Dobrindt (CSU), Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild/dpa

Berlin/München - CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich von der Entscheidung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) distanziert, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben erstrahlen darf. Er hätte sich den Entscheid gut anders vorstellen können - auch "deswegen, weil ich empört darüber bin, was da wieder für eine Diskussion in Deutschland von Teilen der AfD losgetreten wird", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin vor der letzten regulären Sitzung der Unionsfraktion vor der Sommerpause.

Eine andere Entscheidung wäre "auch ein Signal gegen vollkommen beschämende und unanständige Wortmeldungen von AfD-Vertretern bezüglich der Regenbogenfarben" gewesen, sagte Dobrindt mit Blick auf Kritik aus den Reihen der Rechtspopulisten an der Regenbogen-Kapitänsbinde von Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer. Gegen solche Tendenzen müsse klar Flagge gezeigt werden, sagte Dobrindt mit Blick auf die AfD.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte zuvor entschieden, dass das EM-Stadion in München beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen darf. Die UEFA lehnte einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) ab. Die UEFA sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen."

© dpa-infocom, dpa:210622-99-94449/2

 

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