Bayern Debatte um historisches Forsthaus: Vergabe auf Zielgerade

Schliersee (dpa/lby) - Die Wiederaufnahme eines gastronomischen Betriebs im historischen Forsthaus Valepp hinter Tegernsee und Schliersee rückt in greifbare Nähe. Die Bayerischen Staatsforsten wollen das gut 180 Jahre alte Gebäude mit gut 6600 Quadratmeter Grund im Landkreis Miesbach über Erbbaurecht langfristig vergeben.

"Wir hoffen, dass wir über diesen Weg schnell nun eine Lösung bekommen, dass das Gebäude saniert wird und in Betrieb gehen kann, mit einem naturverträglichen und an die besondere Lage angepassten Konzept", sagt Jörg Meyer, Leiter des Forstbetriebs Schliersee der Staatsforsten. Man hoffe, dass noch dieses Jahr Sanierungsarbeiten an dem seit 2014 leerstehenden und entkernten Gebäude beginnen können.

Kritik an dem Konzept der Staatsforsten kommt vom Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. "Ein solches Denkmal darf niemals an eine Privatperson überlassen werden, weder in Erbpacht, noch durch Verkauf", sagt Geschäftsführer Rudolf Neumaier. "Ich bin grundsätzlich der Meinung: Das muss in öffentlicher Hand bleiben." Es handele es sich um eines der bedeutendsten Forstdenkmäler Bayerns.

"Wir haben in vielen Gesprächen versucht, Pächter für das Gebäude zu finden. Das hat nicht zum Erfolg geführt", sagt Meyer. Die Lage sei schwierig. Besucher gebe es nur bei gutem Wetter. Die Zufahrt ist im Winter gesperrt. Mit der Ausschreibung über Erbbaurecht habe es einen "ganzen Schwung" Bewerbungen gegeben. "Die finale Entscheidung ist noch nicht gefallen." Medien hatten spekuliert, dass sich auch Torwart Manuel Neuer, der in der Gegend wohnt, dafür interessiert.

Das Forsthaus Valepp wurde 1841 während der Regentschaft von König Max II. als königlich-bayerisches Forsthaus errichtet. Nach Beendigung des königlichen Jagdbetriebs wurde es zum Gasthaus umgebaut. Schon früher gab es zeitweise Übernachtungsbetrieb.

Der Ausschreibung der Staatsforsten zufolge könnten auch jetzt wieder Gästezimmer und Betten angeboten werden. Neumaier kritisiert dies. Der sensible Naturraum vertrage nur Tagestourismus.

© dpa-infocom, dpa:220225-99-287672/2

 

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