Landkreis Freising Chemikalie in Fischen: Behörden in der Kritik

Fisch (Symbolbild) Foto: imago/blickwinkel

Nach dem Fund von chemikalienverseuchten Fischen im Landkreis Freising haben Grüne und SPD im Landtag den Behörden Versäumnisse vorgeworfen.

Schon im vergangenen September waren mit der verbotenen Stoff Malachit belastete Fische aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittele gegen drei Fischzuchtbetriebe, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstag. Nun ergab eine vom Anglerverein Moosburg in Auftrag gegebene Untersuchung bei einem Fisch eine Belastung von 336 Mikrogramm Leukomalachit pro Kilogramm. Der Bayerische Rundfunk hatte zuerst darüber berichtet.

Wahrscheinlich hätten Angler die Fische bei einem der Zuchtbetriebe gekauft und in Isar und Moosach ausgesetzt, hieß es bei dem Anglerverein. Das sei ein übliches Vorgehen.

"Offensichtlich wurde weder genau untersucht, wohin die verseuchten Fische geliefert wurden, noch ob sich belastete Fische in Flüssen und Bächen befinden", sagte der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn. "Am schlimmsten aber ist, dass die Betroffenen offenbar völlig unzureichend informiert wurden. Das ist unverantwortlich."

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger sagte, es müsse geklärt werden, wie der Stoff in die Fische gelangt sei - und warum weder Naturschutzbehörden noch Gemeinden und Fischer informiert wurden. "Die Gesundheit der Bevölkerung muss an allererster Stelle stehen", sagte Steinberger. "Wir wissen nicht, wie viele malachitverseuchte Fische seit September 2018 bereits verzehrt wurden." Das Landratsamt müsse Konsequenzen ziehen, ein Angelverbot verhängen und schnellstmöglich Antworten auf die Fragen liefern.

Malachit wirkt gegen Parasiten bei Fischen. Es ist in Deutschland seit Jahrzehnten verboten. Es steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Der Grenzwert liegt bei zwei Mikrogramm pro Kilogramm.

 
 

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