Ostbayern Gewitternacht in der Region: Blitz schlägt in Dachstuhl ein

Zu Spitzenzeiten waren im Stadtgebiet Regensburg knapp 100 Einsatzkräfte zeitgleich aktiv. Unter anderem hatte in Obertraubling ein Blitz einen Dachstuhl in Flammen gesetzt. Foto: Alexander Auer

Ein heftiges Unwetter ist am Samstagabend über den Osten Bayerns gezogen. THW, Polizei und Feuerwehr hatten zahlreiche Einsätze zu bewältigen.

Im Raum Straubing bewältigten THW und Feuerwehr insgesamt 105 Einsätze. Unter anderem war ein nicht ortskundiges Ehepaar mit seinem Auto in der überfluteten Unterführung in der Passauer Straße hängen geblieben. Das Paar musste aus dem Auto befreit werden.

In Obertraubling im Landkreis Regensburg schlug der Blitz in einen Dachstuhl ein. Daraufhin hatte das Dach Feuer gefangen, wie die Polizei mitteilte. Das Feuer im Dachstuhl richtete einen Schaden Höhe von etwa 300.000 Euro an. Ein Blitz hatte in die Dachgaube des Mehrfamilienhauses in der Herzog-Albrecht-Straße in Piesenkofen eingeschlagen.

Das durch den Blitzeinschlag entstandene Feuer griff schnell auf den Holzdachstuhl über, bevor es durch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Obertraubling, Neutraubling, Niedertraubling, Oberhinkofen, Gebelkofen und Köfering, sowie der Berufsfeuerwehr Regensburg schließlich gelöscht werden konnte. Die Bewohner des Hause blieben allesamt unverletzt und kamen für den Rest der Nacht in einer nahegelegenen Pension unter. Das zweite Obergeschoss dürfte für längere Zeit unbewohnbar sein. Ein Anwohner hatte Brandgeruch wahrgenommen und daraufhin die Feuerwehr verständigt. Zudem hatten zwei Rauchmelder ausgelöst.

Bis Mitternacht rückten die Regensburger Feuerwehren 21 Mal wegen überfluteter Straßen und vollgelaufener Keller aus. Ab Samstagmittag gegen 13 Uhr gingen immer wieder starke Niederschläge, teils als schwere Gewitter, über Regensburg hernieder. Nachdem neben dem Stadtgebiet auch viele Gemeinden im Landkreis Regensburg betroffen waren, erreichten viele Notrufe die Integrierte Leitstelle Regensburg. Mit jeder Regenwelle ging eine Vielzahl von Notrufen einher.

Daher wurde ab Mittag die Integrierte Leitstelle durch Einsatzkräfte des Löschzuges der Berufsfeuerwehr verstärkt. Zeitweise wurde die Mannschaft von fünf auf zehn Disponenten verdoppelt. Zeitgleich wurden die Freiwilligen Feuerwehren Regensburgs eingesetzt, um die Kräfte der Berufsfeuerwehr zu verstärken und den Regensburgern zu Hilfe zu kommen. Bis nach Mitternacht wurden so 29 Einsätze im Stadtgebiet geleistet, darunter 21 Unwettereinsätze, meist wegen überfluteter Straßen und Kellern, die unter Wasser standen. Außerdem rückten die Einsatzkräfte im Stadtgebiet zu vier ausgelösten Brandmeldeanlagen - allesamt Fehlalarme, zumeist durch das Unwetter ausgelöst - einer Türöffnung hilflose Person in Wohnung) und einem Unfall als Ersthelfer aus. Dazu kamen noch zwei Einsätze im Landkreis, es wurde in Zeitlarn bei einem Unwettereinsatz ausgeholfen und eine Drehleiter zu einem Dachstuhlbrand in Obertraubling entsandt.

Insgesamt waren im Stadtgebiet neben der Berufsfeuerwehr neun Freiwillige Feuerwehren (FF Regensburg mit den Löschzügen Winzer, Altstadt, Weichs, Schwabelweis, Wutzlhofen, Keilberg, Sallern, sowie die FF Grass und die FF Burgweinting) im Einsatz. Zu Spitzenzeiten waren knapp 100 Einsatzkräfte zeitgleich aktiv.

Auch in anderen Teilen Bayerns haben Gewitter und Starkregen für vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gesorgt. Dies führte vor allem für die Feuerwehren im Freistaat zu zahlreichen Einsätzen. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord rückten die Helfer bis Samstagnacht zu 195 Einsätzen aus, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte. Im Landkreis München half die Feuerwehr bei 50 Einsätzen Keller auszupumpen und Straßen von der Überflutung zu befreien.

Am Flughafen München musste der Flugbetrieb aufgrund des Unwetters am Samstagabend für mehr als eine Stunde ruhen. 23 Flügen fielen aus, wie eine Sprecherin des Flughafens am Sonntag sagte. Ein Musikfestival in München wurde wegen des Unwetters von den Veranstaltern vorzeitig beendet.

Auch wenn große Teile Bayerns vom Unwetter betroffen waren, kam es zu verhältnismäßig wenigen schweren Unfällen, wie ein Polizeisprecher des Polizeipräsidiums in Kempten sagte. Auf der Autobahn 3 im Landkreis Main-Spessart wurden ein 21 Jahre alter Autofahrer und sein Beifahrer schwer verletzt, als sie sich am Samstagabend bei starkem Regen und überhöhter Geschwindigkeit mit ihrem Wagen mehrfach überschlugen. Zuvor war der junge Mann laut Polizei mit seinem Auto gegen die Mittelleitplanke gefahren.

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