Bayern Auch in Bayern wächst Gewalt gegen Polizeibeamte

Blaulichter sind auf den Dächern von Polizeifahrzeugen zu sehen. Foto: Carsten Rehder/Archivbild Foto: dpa

Auch in Bayern werden Polizeibeamte immer häufiger Opfer von Gewalttaten.

Allein im Jahr 2018 hätten die Sicherheitsbehörden 5.167 Fälle registriert, in denen bayerische Polizeivollzugsbeamte von Bürgern attackiert worden seien oder Bürger es zumindest versucht hätten. Dies seien 419 oder 8,8 Prozent mehr Fälle als 2017, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse des Bundeskriminalamtes (BKA). Der Anstieg fiel damit im Freistaat fast doppelt so hoch aus wie im Bundesdurchschnitt (plus 4,6 Prozent).

Auch bei der Zahl der Opfer im Kreis der Polizei rangierte der Freistaat bundesweit in der Spitzengruppe: Mit 11.489 Polizeibeamten hatte Bayern nach Nordrhein-Westfallen im Jahr 2018 die meisten Opfer unter Vollzugsbeamten zu beklagen; knapp die Hälfte der Polizisten war der Analyse zufolge tätlichen Angriffen ausgesetzt. Fast 4.000 Beamte wurden Opfer in Fällen, in denen Verdächtige Widerstand leisteten. 244 Mal wurden Beamte genötigt, in 411 Fällen bedroht.

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung, stellt sich die Lage im bevölkerungsreichen Freistaat allerdings nicht ganz so dramatisch dar. So rangiert Bayern zwar bei "tätlichen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte" zusammen mit Baden-Württemberg mit weit mehr als 2000 Fällen im bundesweiten Vergleich in der Spitzengruppe. Bezogen auf 1.000 Einwohner nahmen beide Bundesländer 2018 dagegen nur einen gehobenen Mittelplatz ein. In Bayern kommen auf 1.000 Einwohner rund 20 solcher Delikte, in Baden-Württemberg 15,7. Vergleichswerte für 2017 liegen nicht vor.

Weitgehend stagniert haben in Bayern Fälle, in denen Bürger "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" leisteten. Mit 1.671 Fällen sank die entsprechende Zahl lediglich um 14 Fälle (minus 0,8 Prozent). Gemessen an der Bevölkerung spielten solche Fälle im abgelaufenen Jahr aber im Bundesländer-Vergleich eine geringere Rolle.

Pro 1.000 Einwohner registrierten die Sicherheitsbehörden im Freistaat lediglich 13 Fälle. Im Bundesdurchschnitt waren es 28,2. In Nordrhein-Westfalen entfielen auf 1.000 Einwohner sogar 41,2 Fälle von Widerstand gegen die Polizei. Die Aufklärungsquote lag bundesweit bei fast 100 Prozent.

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