Bayern Bistümern brechen Kirchensteuer-Einnahmen weg

Die Corona-Krise geht auch an der katholischen Kirche nicht spurlos vorüber. (Symbolbild) Foto: Ingo Wagner dpa

Wegen der Corona-Krise rechnen Bayerns Bistümer mit Kirchensteuer-Einbußen in Millionenhöhe - und richten sich auf einen harten Sparkurs ein. Einzelne Bistümer müssten Einnahmeverluste im zweistelligen Millionenbereich verkraften, berichtete die "Augsburger Allgemeine" (Dienstag) nach einer Umfrage in allen bayerischen Diözesen.

Die in der sogenannten Freisinger Bischofskonferenz vertretenen sieben bayerischen Diözesen Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Passau, Regensburg, Würzburg sowie Speyer mit ihren insgesamt knapp 6,9 Millionen Katholiken erwarten demnach deutliche Einbußen.

Im Bistum Regensburg etwa rechnet man "mit einschneidenden finanziellen Konsequenzen der Corona-Krise". Sprecher Clemens Neck wies darauf hin, dass zurzeit auch alle kirchlichen Tagungshäuser leer stünden und es Ausfälle bei Mieteinnahmen gebe. Gleichzeitig steige der Bedarf an kirchlichen Ansprechpartnern bei häuslicher Gewalt, Schuldnerberatung, Suchthilfe, Telefonseelsorge oder Trauerbegleitung.

Für Empörung sorgte die Forderung des Autors Peter Hahne, die Kirchen sollten für zwei Monate auf die Kirchensteuer verzichten, weil sie während der Corona-Quarantäne keine Leistung erbracht hätten. Dies sei "Irrsinn", sagte der Sprecher des Erzbistums München und Freising, Bernhard Kellner, der Zeitung. "Wir haben 16.000 Mitarbeiter, die wir beschäftigen und die wir nicht in Kurzarbeit schicken wollen", sagte er. Dem Erzbistum gehe es gerade wie anderen Teilen der Gesellschaft auch. "Wir müssen von erheblichen Einnahmerückgängen bei der Kirchensteuer ausgehen."

Bernhard Schweßinger, Sprecher der Diözese Würzburg, sagte zu den Äußerungen des ehemaligen ZDF-Moderators Hahne: "Von einer wochenlangen Tatenlosigkeit der Kirchen kann keine Rede sein." Seelsorger hätten beispielsweise dem Würzburger Bischof Franz Jung gesagt, sie seien noch nie so intensiv in der Einzelseelsorge gefordert worden wie jetzt.

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