Skigebiete Bilderbuch-Saison in vielen Skigebieten: Liftbetreiber zufrieden

Viel los war in dieser Saison in den meisten Skigebieten. (Symbolbild) Foto: Weber

Viel Schnee, viel Sonne - in den Skigebieten geht eine Rekordsaison zu Ende. Die Liftbetreiber registrierten in den Gebieten in ganz Deutschland bis Februar rund 4,7 Millionen Gäste - das seien 8,5 Prozent mehr als im selben Zeitraum der vorangegangenen Saison, sagte Peter Schöttl, Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte und Vorstand der Nebelhornbahn in Oberstdorf.

"Wir hatten eine gute Weihnachtssaison und in den ersten beiden Januarwochen viel Schnee", sagte Schöttl. "Der Februar war sensationell, der März durchschnittlich." Schon die vorangegangene Saison war sehr gut gelaufen - die Liftbetreiber sind zufrieden.

In höheren Skigebieten lag die Zahl der Betriebstage relativ stabil bei etwa 140. "Das Besondere war, dass auch die niedrig gelegenen Gebiete eine gute Saison hatten. Dort merkt man sofort, wenn sie statt 90 Tagen 100 oder 105 Tage haben" - immerhin zwei Wochen mehr.

Bei dem Schneechaos im Januar waren die Pistendienste mit Lawinensprengungen gelegentlich nicht nachgekommen, teils konnten die Lifte wegen Sturms nicht laufen. "Einzelne Tage mit Betriebsunterbrechung sind aber nichts Ungewöhnliches", sagte Schöttl. Die Berichte über das Schneechaos sorgten auch für einige besorgte Nachfragen: "Uns haben Gäste angerufen, ob Oberstdorf überhaupt erreichbar ist."

Viel übrig ist von den weißen Massen aus dem Januar nicht. "Der Trugschluss, dem man unterliegt, ist, dass wir in diesem Jahr sehr viel Schnee hatten", sagt Schöttl. Tatsächlich sei der Schnee nur in sehr kurzer Zeit gekommen. Wie immer um diese Jahreszeit wird es nun langsam dünn mit dem Schnee. Da Ostern spät liegt, wird es in den meisten Gebieten nichts mit österlichem Skivergnügen.

Schon jetzt zieht es weniger Wintersportler auf die Pisten - die dann die Hänge ganz für sich haben. "Die einen sitzen schon auf dem Fahrrad und die anderen nehmen die letzten schönen Skitage noch mal mit", sagte Schöttl. Anders als im Dezember, wenn alle der Wintersaison entgegenfiebern, lasse das Interesse nach. "Wenn es im Tal unten 20 Grad hat, haben viele keine Lust mehr zum Skifahren."

Am Wochenende geht die Saison in mehreren Gebieten zu Ende, unter anderem am Brauneck bei Lenggries, am Spitzingsee, am Sudelfeld bei Bayrischzell und im Allgäu im Gebiet Gunzesried-Ofterschwang. Etwas länger geht noch im Kleinwalsertal.

Ein ambitioniertes Ziel hat sich das Skigebiet am 1493 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald gesetzt, wo die Lifte noch bis zum 28. April laufen sollen. Am Nebelhorn bei Oberstdorf und an der Zugspitze können Unermüdliche sogar noch bis zum 1. Mai ihre Schwünge ziehen. Die Bayerische Zugspitzbahn zeigte sich schon jetzt "sehr zufrieden" mit der Skisaison. Konkrete Zahlen gebe es aber erst nach Abschluss Anfang Mai, sagte der Kaufmännische Vorstand, Matthias Stauch.

Aus der Region

Auf idowa-Nachfrage erklärt Georg Budweiser, Gesellschafter bei der Pröller-Skilift-Gesellschaft, dass es einen derart großen Zuwachs an Gästen bei seinem Skilift nicht gegeben habe. "Einen Gästezuwachs in der genannten Größenordnung konnten wir nicht verzeichnen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass wir, verursacht durch den Schneebruch, ein komplettes Wochenende keinen Liftbetrieb hatten," so Budweiser. An diesem Wochenende sei der Betrieb um 10 Uhr am Pröller eingestellt worden. Am Sonntag seien die Zufahrten nach Sankt Englmar gesperrt gewesen.

Pressesprecher Andreas Stadler von der Fürstlich Hohenzollernschen Arber-Bergbahn kann den Trend von steigenden Besucherzahlen bestätigen. Trotz der Schneebruchtage, an denen ein Wochenende kein Skilift-Betrieb stattfand, konnten am Arber mehr Tickets als im Rekordwinter 2017/2018 verkauft werden. Und obwohl im vorletzten Winter schon elf Tage früher als in der Saison 2018/2019 der Skilift am Großen Arber anlief, zeigte der Trend trotzdem in dieser Saison nach oben. Grund hierfür: das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis im Tourismus. Kurz gesagt bedeutet das, dass größere Gebiete, in denen Lawinengefahr bestehen kann, Gäste an die Skigebiete in den Mittelgebirgen verlieren.

 

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