Bayern Polizei muss Corona-Partys auflösen - Eskalation in München

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild/dpa

Das Wetter in Bayern erfüllt endlich die Erwartungen an den Frühling - und schon gibt es noch mehr Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen. Auch in den bayerischen Corona-Hotspots.

München (dpa/lby) - In ganz Bayern ist es am Wochenende bei teils sommerlichen Temperaturen zu Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen gekommen. Die Polizei musste Feiern auflösen und bei öffentlichen Aufläufen eingreifen. Im Englischen Garten in München kam es zu erheblichen Zusammenstößen zwischen jungen Leuten und der Polizei, 19 Beamte wurden zum Teil durch Flaschenwürfe verletzt.

Aus dem Partyvolk seien etwa 50 Flaschen in Richtung der Polizisten geworfen und so 19 Beamte verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Ausgangspunkt des Polizeieinsatzes sei eine Schlägerei gewesen. Deren Hintergrund sei offenbar ein sexueller Übergriff eines 16-Jährigen auf eine Gleichaltrige gewesen.

Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Es wurden insgesamt sechs Personen festgenommen. Sie erwarten nun unter anderem Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch.

In Murnau am Staffelsee (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) kam es am Samstag nach Angaben der Polizei zu einem "Flashmob" mit 300 Leuten. Gegen Mittag fanden sich in der Fußgängerzone 200 Menschen zusammen und tanzten und sangen dicht an dicht vor etwa 100 Zuschauern. Die Menge löste sich nach einem Aufruf der Polizei relativ schnell auf, so die Polizei.

Auch die Polizei München berichtet von mehreren aufgelösten Partys und größeren Personengruppen, die die Abstände nicht immer einhielten. So mussten etwa 300 Menschen den Viktualienmarkt, etwa 200 Menschen den Gärtnerplatz und 100 Menschen die Akademiestraße verlassen, nachdem die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert hatte. Der Gärtnerplatz, ein beliebter Treffpunkt in der Stadt, wurde am Samstagnachmittag abgesperrt. In Regensburg kam es bis Sonntagvormittag zu mindestens 26 Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen.

Auch in vielen anderen Teilen Bayerns löste die Polizei private Treffen und Feiern auf. So wurden alleine im Landkreis Freising in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr als 30 Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt, wie die Polizei am Sonntag berichtete. Darunter eine Grillparty, die Feier einer Taufe und eine Gruppe feiernder Jugendlicher.

In Neustadt bei Coburg und Rödental (Landkreis Coburg) musste die Polizei ebenfalls zwei private Feiern beenden. Der Landkreis Coburg ist derzeit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von knapp unter 300 der Corona-Hotspot in Bayern. Die Beteiligten müssen mit Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-526136/5

 

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